Pierre Bonnard
Wasserspiele

Wasserspiele
Pierre Bonnard (1867-1947)
Wasserspiele
Zwischen 1906 und 1910
Öl auf Leinwand
H. 248,5 cm; B. 298,5 cm
© ADAGP, Paris - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Vergnügen oder Spiele

Jeux d'eau [Wasserspiele]


Diese dekorative Malerei gehörte zu einem Ensemble von vier großen Gemälden, die Bonnard zwischen 1906 und 1910 für das Speisezimmer von Misia Sert, der Muse zahlreicher Maler, Dichter und Musiker des beginnenden 20. Jahrhunderts, ausführte. Seit einigen Jahren schon entfernt sich Bonnard von den Prinzipien der Nabis. Er malt keine farbigen Flächen mehr, wird sich erneut des Raums bewusst, verzichtet auf geschlossene Kompositionen und entdeckt in gewisser Weise das Spiel von Licht und Schatten der Impressionisten wieder. Wie seine Freunde Maurice Denis und Ker-Xavier Roussel knüpft er an die klassische Tradition und arkadischen Themen an. Der Traum von einem mythischen goldenen Zeitalter, dem sich mit Vorliebe Nicolas Poussin und Claude Lorrain oder auch Puvis de Chavannes und Gauguin widmeten.


Wasserspiele lädt zu einer Reise ein: Badende tummeln sich am Ufer eines irrealen Gewässers, wo man die knieende Figur eines Orientalen erkennen kann. Durch die rätselhafte, mit zeitgenössischen Figuren bevölkerte Galione auf der linken Seite entsteht eine zeitliche und räumliche Verschiebung, die charakteristisch für Bonnards Humor ist. Es könnte auch ein Hinweis auf die Jacht von Misia sein.
Die orangefarbene Umrandung, die Affen und Elstern in allen möglichen Stellungen zeigen, erinnert an die exotischen Themen der Tapisserien aus dem 18. Jahrhundert und Puvis de Chavannes' großformatige Wandmalereien mit den Rahmungen aus Pflanzenmotiven. Vielleicht sind die mit Perlenketten spielenden Affen eine Anspielung auf die schöne, kostspielige Misia?




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