Charles-François Daubigny
Weinlese im Burgund

Weinlese im Burgund
Charles-François Daubigny (1817-1878)
Weinlese im Burgund
1863
Öl auf Leinwand
H. 172; B. 294 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Weinlese im Burgund (Ausschnitt)
Weinlese im Burgund (Ausschnitt)

Les vendanges en Bourgogne [Weinlese im Burgund]


Anlässlich des Salons von 1863 beschreibt Castagnary, der Kunsttheoretiker der naturalistischen Malerei, ausführlich dieses Gemälde: „Diese Weinlese, die sich durch ihre großzügige Faktur und kräftige Farbpalette auszeichnet, ist das Meisterwerk Daubignys. Welch naturgetreue Darstellung! Wie gut er die französische Natur getroffen hat!”.
Der Künstler illustriert gleichzeitig einen bestimmten Zeitpunkt im Tagesablauf – die Weinleser sind im Weingarten, die Kühe ruhen sich aus – und die verschiedenen Phasen der Ernte. Einige Frauen pflücken die Trauben und legen sie in Körbe, die dann in die Bütten auf dem Rücken der Männer geleert werden. Letztere werden sie in die Bottiche auf dem Karren schütten. Das Picknick im Vordergrund – ein Krug und ein mit einem Tuch bedeckter Korb – steht bereit für die nächste Rast.

Im Anschluss an die Ausstellung zieht die Verwaltung des Zweiten Kaiserreichs den Erwerb des Gemäldes nicht in Betracht, obgleich Daubigny schon seit 1844 ein angesehener Landschaftsmaler ist und in den 1860er Jahren zahlreiche offizielle Aufträge erhält. Er führte vor allem Ansichten der Tuileries oder des Parks von Saint-Cloud für den Staat aus. Doch diese Werke zeichnen sich durch einen traditionelleren Stil aus. Nicht das Sujet der Weinlese im Burgund missfällt sondern die ungewöhnlich kraftvolle Malweise. Das Gemälde geht schließlich doch noch in die Sammlungen des Musée du Luxembourg ein, da das Werk des Künstlers 1878, als der Naturalismus zur offiziellen Kunst der 3. Republik erkoren wird, posthum verkauft wird.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter