Alexandre Falguière
Ringer

Ringer
Alexandre Falguière (1851-1900)
Ringer
1875
Öl auf Leinwand
H. 240; B. 191 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Lutteurs [Ringer]


Ab 1870 verfolgt Alexandre Falguière gleichzeitig eine Karriere als Maler und Bildhauer. Ringer, sein erstes großes Gemälde, erweckt das Interesse der Kunstkritiker und bringt ihm eine Medaille zweiter Klasse auf dem Salon von 1875. Das Thema des modernen Ringkampfs, das während der Romantik sehr beliebt war, erlebt in den 1850er Jahren eine neue Blüte. Nach dem Krieg von 1870 erhält der Ringer eine andere Bedeutung: sein Mut soll die Kriegslust der jungen Bürger anstacheln.

Das Werk spaltet die Kritiker in zwei Lager, in einige wenige, die nichts für die „Malerei eines Bildhauers“ übrig haben und die Mehrheit, die das malerische Talent des Autors anerkennen. Die Diskussionen drehen sich auch um die realistische Darstellung. Einige Kommentatoren, die sich für das Altertum interessieren, kritisieren die triviale Behandlung des Themas und sehen darin nur ein paar Jahrmarktringer. Die Verfechter des Realismus hingegen begeistern sich für das moderne Motiv, das jeglicher Idealisierung entbehrt.

Doch schon 1876 gibt Falguière die modernen Motive in seiner Malerei auf und wendet sich historischen, mythologischen, literarischen oder religiösen Themen zu. Wenn man einer Anekdote von Castagnary Glauben schenken darf, dann war das Gemälde „nur eine Herausforderung eines Malers, der von sich und seinem Talent ein wenig eingenommen war“. Falguière wollte mit den Ringern vielleicht beweisen, dass er auch Maler war.




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