Gustave Courbet
Alphonse Promayet

Alphonse Promayet
Gustave Courbet (1819-1877)
Alphonse Promayet
Um 1847
Kohle auf beigem Papier
H. 32; B. 24,4 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Michèle Bellot

Alphonse Promayet


Alphonse Promayet (1822-1872) war ein Jugendfreund von Courbet. Der Violonist folgte dem Maler nach Paris, wo er als Musiklehrer und in mehreren kleinen Orchestern seinen Lebensunterhalt bestritt. Da er meistens knapp bei Kasse war, brachte ihn Courbet oftmals in seinem Atelier unter, wo er in einer Hängematte hinter einem Wandschirm schlief. Er stand seinem Freund für mehrere Gemälde Modell, insbesondere für zwei seiner bedeutendsten Werke, die im Musée d’Orsay aufbewahrt werden: Ein Begräbnis in Ornans und Das Atelier des Malers. 1858 lässt er sich in Sankt Petersburg nieder und verdient seinen Unterhalt als Musiklehrer für einen Zweig der Romanov Familie. Aufgrund gesundheitlicher Probleme kehrt er nach Frankreich zurück, wo sich Alfred Bruyas, der Mäzen von Courbet, in Montpellier um ihn kümmern wird. Dort stirbt er 1872. Courbet wird später Bruyas später dafür danken, dass er sich um seinen „lieben Freund” gekümmert hat.

Promayets eindringlicher Blick auf dieser Zeichnung aus dem Jahr 1847 erinnert daran, dass Courbets Werke der 1840er Jahre von den Romantikern beeinflusst wurden. Unter den Brustbildern in Kohle, die Courbet zur selben Epoche von seinen Freunden und von sich selbst anfertigte, befindet sich auch ein Porträt von Promayet. Zu dieser Reihe gehört auch eine heute verschwundene kleine Kohlezeichnung aus dem Jahr 1848, auf der Bier trinkende Gäste in der Brasserie Andler, einem der Lieblingstreffpunkte Courbets und seiner Freunde, zu sehen waren. Das Porträt von Promayet legt Zeugnis ab von Courbets Stil am Vorabend der 1848er Revolution.

Courbet-Dossier




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