Charles Angrand
Der schlafende Antoine

Der schlafende Antoine
Charles Angrand (1854-1926)
Der schlafende Antoine
Um 1896
Conté Bleistift
H. 62; B. 48 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Antoine endormi [Der schlafende Antoine]


1896 zieht Charles Angrand nach Saint-Laurent-en-Caux zu seiner Mutter. Er wird sich ein Jahrzehnt lang fast ausschließlich dem Medium Zeichnung widmen. Als Vorbild dient ihm das Werk von Seurat – der wiederum dem grafischen Werk Millets verpflichtet ist -, dessen Helldunkeltechnik er hier einsetzt.
Im November 1896 schreibt er in einem Brief an Paul Signac: „Ich arbeite weiterhin an einer Reihe von Zeichnungen von Kindern. Ein Exemplar wird bei Le Barc ausgestellt” (der Pariser Kunsthändler Le Barc de Boutteville organisiert in den 1890er Jahren zahlreiche post-impressionistische Ausstellungen). Nichts lässt darauf schließen, dass es sich bei diesem „Exemplar” um den Schlafenden Antoine handelt, denn Angrand führt nach seinen eigenen Worten zwischen Juni 1895 und Dezember 1897 nur drei Zeichnungen aus, die er alle auf 1986 datiert. 1899 stellt er indes in der Galerie Durand-Ruel ein Schlafendes Kind aus, bei dem es sich um diese Zeichnung handeln könnte.

Gleich einem Fotografen strebt der Künstler nach einer perfekten Wiedergabe der Helldunkelkontraste und misst der Wahl des Papiers und der Feinheit der Nuancen große Bedeutung bei. In dem Artikel, den Tadée Natanson bezüglich der Ausstellung bei Durand-Ruel schreibt und der 1899 in La Revue blanche erscheint, hebt er hervor, dass Angrands Beharrlichkeit in einer Zeichnung wie dieser deutlich zum Tragen kommt, einer Zeichnung, „von der eine unendliche Zärtlichkeit und Reinheit ausgeht".




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