Georges Seurat
Auf der Bühne

Auf der Bühne
Georges Seurat (1859-1891)
Auf der Bühne
Um 1887-1888
Conté Bleistift, weiße Kreide auf Vergé-Papier
H. 30,8; B. 23,6 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Scène de théâtre [Auf der Bühne]


Bei den von Degas und Manet in den 1870er Jahren dargestellten Cafés-concerts handelt es sich um mehr oder weniger provisorische Bühnen im Freien. Berühmte Sängerinnen wie beispielsweise Thérésa begleiten ihre Chansons mit theatralischen Gesten. In den 1880er Jahren, dem Jahrzehnt von Seurat, wird das Café-concert selbst im Sommer in große Säle verlegt und die Darbietungen entwickeln sich zu regelrechten Variétévorstellungen, wo man sowohl die Sängerin Yvette Guilbert als auch die ersten „Nacktrevues“ sehen kann. Das künstliche Bühnenlicht bietet dem Künstler das ideale Motiv für seine Hell-Dunkel-Effekte.

Da das Werk zu Lebzeiten des Künstlers nicht ausgestellt wurde, sind der ursprüngliche Titel und der Name des Theaters, das Seurat hier darstellt, unbekannt. Vermutlich gehört das Bild zu einer Serie von Zeichnungen der Musik-Halls von Montmartre. Auf der Zeichnung ist eine Szene, bestimmt eine komische Liebesgeschichte, aus einem der beliebten Music-Halls zu sehen, die sich eines stetig wachsenden Publikums erfreuen. Es kommt dem Künstler nicht auf akademische Genauigkeit an. Durch die „samtige“ Oberfläche lösen sich die Silhouetten auf. Doch die Hell-Dunkel-Effekte geben die Haltung der Schauspieler genau wieder.




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