Georges Seurat
Die Amme

Die Amme
Georges Seurat (1859-1891)
Die Amme
1881-1882
Conté Bleistift auf Vergé-Papier
H. 31; B. 24 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Michèle Bellot

La nourrice [Die Amme]


Das Thema der Amme mit Kind taucht im Werk von Seurat mehrmals auf. Ihm ist nicht daran gelegen, Porträts von bestimmten Personen anzufertigen sondern eine für die Gesellschaft typische Figur, die man in den Parks und auf den Straßen von Paris antreffen kann. Die Züge der Amme und des Säuglings sind verschwommen, doch ihre Identität und ihre Beziehung sind klar zu erkennen.
Das gesamte Bild beruht auf den Kontrasten zwischen dem Schwarz des Bleistifts und dem Weiß des Papiers. Die auf einer Bank sitzende Amme trägt die für ihren Beruf charakteristische Haube, eine dunkle Pelerine und einen hellen Rock. Das Kind streckt einen Arm nach dem Hals der Amme aus. Diese Geste wird weder durch Linien noch Konturen angedeutet, sondern einzig durch eine helle horizontale Zone, die sich von dem Grau abhebt. Ebenso ahnt der Betrachter, dass die Amme das Kind in ihrem unter der Pelerine verborgenen Arm hält. Eine etwas hellere Valenz deutet die Ausbauchung ihres Arms und ihrer Hand an. Durch diese Aufteilungen der Bildfläche erhalten die Figuren Form und Leben.

Seurat verwendet für diese Zeichnung eine andere Technik als beispielsweise für Die schwarze Schleife. Die weichen Bleistiftstriche sind gut sichtbar und unentwirrbar ineinander verschlungen. Der Künstler verwendet zwar unterschiedliche Zeichentechniken, doch die Grundlage jeder Zeichnung bildet der Hell-Dunkel-Kontrast.




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