Georges Seurat
Die schwarze Schleife

Die schwarze Schleife
Georges Seurat (1859-1891)
Die schwarze Schleife
Um 1882
Conté Bleistift auf Vergé-Papier
H. 31,8; B. 25 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Le noeud noir [Die schwarze Schleife]


Die von Seurat zu Beginn der 1880er Jahre entwickelte Technik beruht auf dem Hell-Dunkel-Kontrast, der die Formen definiert. Auf der unregelmäßigen Oberfläche des Vergé-Papiers bleibt das Graphit an den Unebenheiten hängen und die Vertiefungen bleiben Weiß. Durch den weichen Bleistift wirkt das Schwarz samtig und es erhält eine ganz besonders eindrucksvolle Tiefenwirkung. Dieses Verfahren drückt Seurats Sensibilität in einem einfachen, ernsten Stil aus. Er konzentriert sich auf das Wesentliche: die Entfaltung der Formen durch die ineinander übergreifenden Licht- und Schatteneffekte.

Die schwarze Schleife gehört zu einer Serie weiblicher Silhouetten auf hellem oder gräulichem Untergrund, die um 1882 entstanden ist. Diese ist zweifellos die vollkommenste Figur der Serie und kündet die eleganten Silhouetten der Spaziergängerinnen von Ein Sonntagnachmittag auf der Insel la Grande Jatte (1884-1886, Art Institute of Chicago) an.
Die junge Frau scheint nachdenklich, in Gedanken versunken. Sie mutet weniger hieratisch an als die anderen Figuren dieser Serie. Durch die leicht geschwungenen Linien wirkt ihr scheinbar zarter Körper, der sich im Schatten abzeichnet, weich und verschwommen.
Den Blickpunkt der Zeichnung bildet indes die Schleife.
Die Form, die sich vom übrigen Kleidungsstück klar abhebt, das tiefe Schwarz ziehen unweigerlich den Blick des Betrachters auf sich. Die Schleife, die sich deutlich von dem verschwommenen Lichthof abzeichnet bildet den Höhepunkt der Komposition.




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