Sir Edward Coley Burne-Jones
Flodden Field

Flodden Field
Sir Edward Coley Burne-Jones (1833-1898)
Flodden Field
1882
Gouache, vergoldete und versilberte Gouache und Schellack auf Papier
H. 52; B. 100 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Flodden Field


Edward Burne-Jones ist neben William Morris der bedeutendste Künstler der zweiten Generation der Präraffaeliten. Diese Gouache ist eine Studie für das Flachrelief, das George Howard, der neunte Graf von Carlisle, 1882 für die Bibliothek des Schlosses von Nartworth in Auftrag gab. Thema ist die Schlacht von Flodden Field (1513), bei der die schottischen Truppen von Jakob IV. die englischen Truppen von Heinrich VIII. bekämpften. Burne-Jones stellt den entscheidenden Moment des berühmten Gefechts, den auch Walter Scott in seinem Epos verarbeitete, dar. Der Künstler zeigt den Befehlshaber Thomas Howard, einen Vorfahren des Auftraggebers, beim Angriff auf den Gegner und den tödlich getroffenen schottischen König.

Flodden Field besticht durch seine metallische, irreale Farbpalette. Burne-Jones schuf eine chevalereske, dämmerige, brutale Welt, in der Geschichte und Poesie miteinander verschmelzen. Man kann deutlich den Einfluss der Meister der Renaissance wie Uccello, Michelangelo, Altdörfer sowie Füssli und Blake und einiger Grabreliefs erkennen. Der Künstler war allem Anschein nach kunsthistorisch sehr bewandert.
Burne-Jones gibt eine äußerst ausdrucksstarke Version des klassischen Themas des Kavallerieangriffs. Die Komposition wirkt sehr lebendig, sie wird durch die aufeinander folgenden Wellen der Attacken und die geraden Linien der Lanzen rhythmisch gegliedert. Die leblosen Körper im Vordergrund symbolisieren den durch die Gefechte verursachten Schmerz und Tod.
Flodden Field weicht deutlich von dem für Burne-Jones charakteristischen vergeistigten Idealismus ab. Es zeichnet sich durch seine kraftvolle Dramatik aus und erinnert daran, wie wesentlich Burne-Jones' dekoratives Werk für das Verständnis seiner Kunst ist.




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