Ker-Xavier Roussel
Das Gatter

Das Gatter
Ker-Xavier Roussel (1867-1944)
Das Gatter
Um 1892
Pastell
H. 21,5 ; B. 17 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La barrière [Das Gatter]


Nach 1900 zeichnet sich Ker-Xavier Roussel dank seiner zahlreichen mythologischen Kompositionen und seiner farbenprächtigen mediterranen Landschaften als ein Meister des Pastells aus. Seine Pastelle aus den Jahren 1890 hingegen sind äußerst rar und ungewöhnlich. Das Gatter ist eines der interessantesten Exemplare. Das Werk lässt deutlich den Stil der Nabis erkennen, mit dem sich Roussel als junger Künstler beschäftigte: ein unbedeutendes Motiv, fehlende Perspektive in der Tradition der japanischen Holzschnitte, die der Künstler leidenschaftlich sammelt, kontrastreiche Valenzen...

Eine graue Mauer, die von Bäumen überragt wird, nimmt fast den gesamten Bildraum ein. Am Ende der Mauer ist ein grünes Gatter an einem Holzpfosten befestigt. Das offene Gatter schließt den Bildraum ab und erweckt dadurch den Eindruck, es sei geschlossen. Durch diese Ambivalenz wirkt das Pastell besonders reizvoll. Das Werk, das eigentlich ein Tor zur Welt öffnet, versperrt den Blick: das Gatter im Vordergrund, dann die Mauer und das Laubwerk hindern daran, in die Ferne zu sehen. Genau genommen gibt es keinen Hintergrund. Alles verschwimmt in einem Nebel aus intensiven Grautönen, der im doppelten Sinne des Wortes eine Barriere bildet.




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