Paul Gauguin
Nackter Junge

Nackter Junge
Paul Gauguin (1848-1903)
Nackter Junge
Um 1888
Pastell, Rötel und Kohle auf Vergé Papier
H. 60,2; B. 41,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi

Jeune garçon nu [Nackter Junge]


Diese Zeichnung diente als Studie für eine der beiden Figuren des Gemäldes Bretonische Jungen beim Baden (1888, Hamburg, Kunsthalle). Das Bild, dessen ausgeklügelte Mischung aus Rötel und gelbem Pastell den Farbtönen des Gemäldes entspricht, besticht durch seine Monumentalität und seine ungewöhnliche Komposition.
Sowohl das Sujet als auch die Formgebung erinnern an Gauguin, den Degas sehr bewunderte. Gauguin hat zwar keine akademische Ausbildung erhalten, doch er greift hier, vielleicht durch Zufall, auf ein Stilmittel zurück, das in der Ecole des Beaux-Arts sehr verbreitet war: Er stellt in einer Ecke des Blattes einen Ausschnitt seiner Figur - den Fuß – noch einmal dar. Die noch auszumachende Quadrierung des Blatts ist ein beredtes Zeugnis dafür, dass der Künstler für diese Studie große Sorgfalt aufwandte.

Angesichts der Tatsache, dass einige Konturen zuerst mit Rötel und dann mit Kohle ausgeführt worden waren (insbesondere der obere Teil des einzelnen Fußes), gab vereinzelt Anlass zu einer doppelten Datierung. Eine erste Version ist vermutlich während des ersten Aufenthalts des Künstlers in Pont-Aven im Sommer 1886 entstanden und im Hinblick auf die Ausführung seines Gemäldes hat er vielleicht die Konturen seiner Zeichnung 1888 in einem synthetischeren Stil überarbeitet. Dies ist jedoch eine bloße Vermutung. Stilistisch gesehen ist es gut möglich, dass dieser Badende 1888 direkt als Studie für das Gemälde vor dem Motiv entstanden ist.




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