Gustave Courbet
Schlafende Leserin

Schlafende Leserin
Gustave Courbet (1819-1877)
Schlafende Leserin
1849
Kohle, gewischt auf Papier
H. 47; B. 30 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Michèle Bellot

La liseuse endormie [Schlafende Leserin]


Das Modell für dieses wunderschöne Blatt war vermutlich Virginie Binet, die damals seit mehreren Jahren Courbets Leben teilte. Ein fast identisches weibliches Profil ist auf dem Gipsmedaillon, das an der Wand des Atelier des Malers hängt, zu sehen. Doch diese Kohlezeichnung beweist vor allem, dass sich diese Technik ganz besonders gut für Courbets grafische Kunst eignet.

Als Maler geht es dem Künstler in erster Linie um vielfältige Tonwerte und kontrastierende Volumina. Er stellt das Modell in einer Pose dar, die man schon von einem seiner zeitgenössischen Gemälde kennt und die stark an Rembrandt erinnert, Die schlafende Blonde (Detroit. The Detroit Institute of Arts). Die Nackte und die Lesende geben sich dem Schlaf hin, doch Letztere hat ihre Tätigkeit unterbrochen und das offene Buch deutet darauf hin, dass ihre Lektüre sie zum Träumen verführte. Doch es handelt sich bei dieser Lesenden kaum um einen unschuldigen kindlichen Traum, ihre Haltung suggeriert eher verborgene Fantasien. Das aufgeknöpfte Kleid lässt darauf schließen, dass die junge Frau durch ihre Lektüre zu erotischen Träumereien angeregt wird.

Courbet-Dossier




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