Edouard Manet
Porträt von Frau Edouard Manet auf einem blauen Sofa

Porträt von Frau Edouard Manet auf einem blauen Sofa
Edouard Manet (1832-1883)
Porträt von Frau Edouard Manet auf einem blauen Sofa
1874
Pastell auf braunem Papier auf Leinwand aufgezogen
H. 49; B. 60 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi

Portrait de madame Edouard Manet sur un canapé bleu [Porträt von Frau Edouard Manet auf einem blauen Sofa]


Vielleicht ist es dem Einfluss seines Freundes Degas zu verdanken, dass Manet die Pastelltechnik sehr häufig verwendete. Die Lebendigkeit dieser Technik machte es möglich, Material und Farbe des weißen Rocks, des leuchtend blauen Sofas und des fuchsroten Hintergrunds zur Geltung zu bringen. Manets Pastelle kommen denen eines Chardin oder Liotard im 18. Jahrhundert gleich. Diese Dichte, dieser samtige Glanz wäre mit Öl auf Leinwand nicht möglich gewesen.
Mehr noch als auf seinen Gemälden jener Epochem, legt Manet bei diesem Porträt Wert auf kraftvolle Farbkontraste ohne Glanz und auf Flächen klarer Farben im Vergleich zu den Lichteffekten und den weichen Stoffen.

Der Kommentar des Journalisten und Kritikers Théodore Duret (1838-1929) ermöglicht die Datierung dieses Pastells: „Sein erstes Pastell entstand 1874. Es handelt sich um ein Porträt seiner Frau auf einem Sofa“. Frau Manet trägt den Hut mit den schwarzen Bändern auch auf einem Pastell, auf dem sie im Profil dargestellt ist und das vom Modell selbst auf 1873-1874 datiert wurde. Das Bild Frau Manet auf einem blauen Sofa behandelt ein Thema, dem sich die Impressionisten, Monet oder auch Renoir, ganz zu Anfang der 1870er Jahre häufig widmeten: eine Frau in Stadt- oder Hauskleidung, die sich in ungezwungener Haltung auf einem Sofa ausruht. Man kann übrigens mit Belustigung feststellen, dass Manet hier - absichtlich oder auch nicht – Oberkörper und Arme seiner Gattin in derselben Haltung darstellt wie die Olympia (1863).

Manet-Dossier




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