Bonnard, Pierre
Entwurf einen Speisesaal

Entwurf für die Ausschmückung eines Speisesaals
Pierre Bonnard (1867-1947)
Entwurf für die Ausschmückung eines Speisesaals
1891
Aquarell, Feder und schwarze Tinte
H. 50,5; B. 35,8 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Projet décoratif pour une salle à manger [Entwurf für die Ausschmückung eines Speisesaals]


„Meiner Ansicht nach hat ein Wettbewerb noch nie oder fast nie etwas Gutes hervorgebracht”, antwortet Bonnard in einem Interview 1898. Vielleicht gründet diese Meinung auf seiner eigenen Niederlage beim Wettbewerb um den Rompreis von 1889 und jenem, den die Verband der angewandten Künste 1891 für das Mobiliar eines Speisesaals ausrichtete. Für Letzteren hatte der Künstler diesen chinesisch-japanisch inspirierten Dekor entworfen.

Gemäß Artikel 4 des Programms „wird jegliche Kopie oder Nachahmung eines bekannten Stils vom Wettbewerb ausgeschlossen”. Bonnard hat es wohl diesem Kriterium zu verdanken, dass er als Preisträger in Betracht gezogen wird. Dies ist zumindest aus Roger Marx’ Kommentar in La Revue encyclopédique 1892 zu schließen: „einzig Herrn Pierre Bonnards Projekt und bis zu einem gewissen Grad Herrn Gilbert Péjacs Entwurf zeichneten sich durch ihren innovativen Ansatz aus”.

Die frei erfundenen Fabelwesen des jungen Künstlers zieren das zweiteilige Möbelstück und die Kredenz. Man findet Hunde in der Gestalt von Drachen, sowie Hähne und Enten, die Ähnlichkeit mit Bonnards Gemälden jener Epoche erkennen lassen. Diesen eigenwillig verschlungenen Linien entsprechen die gleichfalls japanisch inspirierten Motive der Wanddekorationen (Wandbespannung oder Tapete?).

Bonnard wird zwar von der Union centrale des Arts décoratifs abgelehnt, doch einige Jahre später hat er die Gelegenheit, für die Brüder Thadée und Alfred Natanson jeweils einen Schreibtisch und einen Schrank zu entwerfen.




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