Jozsef Rippl-Ronai
Ein Park bei Nacht

Ein Park bei Nacht
József Rippl-Rónai(1861-1927)
Ein Park bei Nacht
Zwischen 1892 und 1895
Pastell auf Papier, auf Leinwand geleimt
H. 38,4; B. 46,2 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Un parc la nuit [Ein Park bei Nacht]


Rippl-Ronai beginnt zunächst seine Ausbildung in München und kommt dann nach Paris, wo er drei Jahre im Atelier seines Landsmannes, des Malers Munkacsy, arbeitet. Ein Aufenthalt im Jahre 1889 in Pont-Aven und die Entdeckung von Gauguins Werk führen zum Bruch mit dem Meister. Er gesellt sich zu der Gruppe der Nabis und befreundet sich mit Maillol, wovon das im Musée d'Orsay ausgestellte, vom „ungarischen Nabi“ gemalte Porträt des Bildhauers zeugt.

Dieses Pastellbild stammt aus der Pariser Periode, der „schwarzen Periode“, während der Rippl-Ronai mit den Nabis ausstellte. Es stellt eine nächtliche Landschaft ohne jede menschliche Anwesenheit dar. Nur die Lichter weisen auf etwaige Häuser und Straßen hin. Die Behandlung der Bäume im Vordergrund ist der Negativtechnik der Fotografie entlehnt, d.h. hell auf schwarzem Grund, und verleiht der namenlosen Landschaft etwas Beunruhigendes. Der Titel, Ein Park bei Nacht lässt uns ungefähr die Umgebung erraten. Trotzdem bleibt der Ort ungewiss. Handelt es sich um Paris, oder um eine andere Stadt? Die gusseisernen Straßenlaternen lassen ersteren Schluss zu. Die ständige Wiederholung der senkrechten, durchscheinenden, gespensterhaften Baumstämme taucht das Bild in eine unheimliche Atmosphäre.

Diese Thematik unbestimmter Angst erinnert an die von belgischen Symbolisten oft beschriebene Stimmung. Man denkt hier an Spilliaert oder auch an das Pastellbild Nocturne au Parc Royal de Bruxelles von Degouve de Nuncques, welches ebenfalls im Musée d'Orsay ausgestellt ist.




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