Lucien Gaillard
Weißdorn

Weißdorn
Lucien Gaillard (1861-1942)
Weißdorn
Zwischen 1902 und 1904
Horn, geschnitzt, Gold, Perlmutt und Diamanten
H. 1,47; B. 9,5 cm
© DR - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Michèle Bellot

Aubépines [Weißdorn]


Lucien Gaillard ist zwar heutzutage weniger bekannt als Lalique, Vever oder Fouquet, er gehört jedoch zu den bedeutendsten Juwelieren seiner Zeit. Dieses Versäumnis mag daher rühren, dass seine Schaffenzperiode kürzer und sein Werk weniger spektakulär als das seiner berühmten Künsterkollegen war.

Gaillard zeichnet sich vor allem durch seine Hornkreationen aus. Diese Vorliebe teilt er mit Lalique, der als erster Horn statt des traditionellen Schildpatts verwendet.
Dieser Kamm zeugt davon, dass der Künstler einfache Pflanzenarten bevorzugt. Es gibt weder menschliche Figuren noch Motive die zugleich der Flora und Fauna entnommen sind. Man findet auch keine in Rankenwerk eingebundenen Gesichter und weiblichen Körper. Ein einziges Motiv genügt für ein Schmuckstück.

Lucien Gaillard ließ sich insbesondere von der japanischen Kunst beeinflussen. Blatt und Blüte des Weißdorns sind in ihrer Gesamtheit erfasst, es werden nur ihre allgemeinen Merkmale dargestellt. Das Material kommt durch das Fehlen jeglichen überflüssigen Details verstärkt zur Geltung.
Hier entfalten sich zwei breite Blätter und mit Dornen besetzte Stiele. Das schöne, meisterhaft geschnitzte und ziselierte Material, die feine Patina reichen aus. Die kostbaren Materialien, Perlmutt für die Blüten und Diamanten für den Blütenstaub, wurden mit größter Zurückhaltung verwendet.
Gaillards Kunstfertigkeit ist voller Poesie. Mit nur wenigen mehr oder weniger bräunlichen Goldpailletten gibt er die Rotfärbung der welkenden Blätter wieder.




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