Théodore Deck
Blumenampel

Blumenampel
Théodore Deck (1823-1891)
Blumenampel
Um 1878
Fayence mit polychromem Dekor
H. 107,5; B. 31,5; T. 14 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Jardinière suspendue [Blumenampel]


In den Jahren 1870 gelingen Théodore Deck sehr eindrucksvolle durchsichtige Emaillierungen. In Zusammenarbeit mit talentierten Künstlern fertigt er sehr vielseitige Objekte an. Sein anfängliches Interesse für Keramiken aus dem Mittleren Osten weicht allmählich dem Einfluss aus dem Fernen Osten. Er wendet seine Versuche mit Zellenschmelz und geflammten Farben für Formen und Verzierungen an, die dem chinesischen oder japanischen Kunsthandwerk entlehnt sind. Bei dieser Blumenampel handelt es sich um ein sehr seltenes Modell, das glücklicherweise komplett erhalten geblieben ist. Sie legt beredtes Zeugnis von den technischen und ästhetischen Recherchen des Künstlers ab.

Die Idee, Formen von chinesischen oder japanischen Bronzeobjekten für Keramik zu übernehmen, stammt von dem Architekten und Innenarchitekten Emile Reiber, einem engen Mitarbeiter Decks seit 1860. Doch bei diesem Stück handelt es sich nicht um eine Nachbildung eines bekannten Modells. Es scheint eine freie Interpretation fernöstlicher und nahöstlicher Quellen zu sein. Die Form der Öffnung erinnert beispielsweise an ein Motiv der islamischen Architektur.
Diese Blumenampel besticht nicht nur durch ihre außergewöhnliche Form, für die eine chinesische oder japanische Blumenampel als Vorbild diente, sondern auch durch die herrlichen Farben des japanisch inspirierten Pflanzendekors. Deck verwendet zwar gern solche Verzierungen für seine dekorativen Fayencen, doch die Stücke, die Bronzeobjekten nachgebildet sind, sind im allgemeinen ein- oder zweifarbig. Doch der leuchtend blaue Grund und die Chrysanthemen, die blühenden Zweige und Schmetterlinge erinnern an den polychromen Zellenemail, der die damals massenweise importierten Stücke auszeichnete.




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