Antoni Gaudí
Blumentopfständer

Blumentopfständer
Antoni Gaudí (1852-1926)
Blumentopfständer
Schmiedeeisen
H. 174; B. 54 ; T. 65 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda

Support de jardinière [Blumentopfständer]


Antoni Gaudi ist ein ausgezeichneter Physiker: Die Möglichkeiten, verschiedene Materialien - seien sie industrieller Herkunft oder dem traditionellen Handwerksgeschick entsprungen - miteinander zu kombinieren, faszinieren ihn. Er kennt die gotischen und barocken Strukturen sehr gut, bewundert die rationalistischen Theorien Viollet-le-Ducs und träumt davon, ein umfassendes naturalistisches Werk zu schaffen. Es gelingt ihm, Struktur, Konstruktion und Dekor auf eine Weise miteinander zu verschmelzen, die wohl in der abendländischen Architektur nicht ihresgleichen hat.

1886 legt Don Eusebi Güell, der Besitzer florierender Textilfabriken, der Stadt Barcelona Baupläne für ein Wohnhaus vor, das Gaudi ihm im historischen Stadtteil Ramblas bauen soll. Gaudi ersinnt einen Stadtpalast mit zahlreichen Neuerungen im Bereich der Strukturen, der Raumvolumen und der Raumaufteilung. Die schlichte Strenge des Äußeren bildet zur Pracht der Innenausstattung, bei welcher der Architekt Camillo Oliveras Gensana mitwirkt, einen eindrucksvollen Kontrast.

Dieser Blumentopfständer wurde von Juan Oños unter Mitarbeit der Brüder José und Luis Badia ausgeführt. Der Mittelteil besteht aus Rundstäben mit zweierlei spiralförmiger Ornamentik, die auch an anderen Gebäudeteilen vorhanden ist. Diese Stäbe münden an beiden Enden in Voluten, die sich pflanzenartig frei entfalten und denen die Balkone an der Vorder- und an der Rückseite des Hauses, sowie des Geländers am Terrassendach ähneln. Der Faltenwurf der am oberen Brett befestigten Elemente hingegen verweist auf die Welt der Textilien und des Leders, aus denen die Jalousien gefertigt sind.




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