Alexandre Charpentier
Holzverkleidung für ein Speisezimmer

Holztäfelung eines Speisezimmers
Alexandre Charpentier (1856-1909)
Holztäfelung eines Speisezimmers
Zwischen 1900 und 1901
Mahagoni, Eiche, Pappel, Bronze vergoldet, emaillierte Keramik
H. 346; B. 621 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Levandowski


Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers
Holztäfelung eines Speisezimmers

Boiserie de salle à manger [Holzverkleidung für ein Speisezimmer]


Dieses Ensemble wurde 1977 für das zukünftige Musée d’Orsay erworben. Bis dahin war es noch nie öffentlich präsentiert worden. Es ist der einzig erhaltene Dekor von Charpentier.
Adrien Bénard (1846-1912) hatte ihn für das Speisezimmer seiner Villa in Champrosay (Essonne) in Auftrag gegeben. Der Bankier war einer der Mäzenen der Künstler der Art Nouveau.
Ihm war es zu verdanken, dass die Compagnie du métropolitain Hector Guimard mit der Gestaltung der Metroeingänge beauftragte.

Bis 1900 hatte Charpentier schon mehrere Inneneinrichtungen entworfen, doch in Champrosay erwies er sich als ganz besonders innovativ. Geschickt zieht er die beiden Säulen, die einen Deckenbalken tragen, in seine Kreation ein. Das Ergebnis ist ein „unvorhergesehenes, neuartiges‟ Motiv (L’Illustration). Er verwandelt die Säulen in mit Holz verkleidete Pfeiler, aus denen ein großer Flachbogen emporragt, der den Mittelbalken zu stützen scheint.
Dieses rustikale Esszimmer besitzt nur Pflanzenornamente. Jede Tafel zeigt ein anderes Motiv – Windengewächse, Rosen, Himbeersträucher, Erbsen- und Bohnenpflanzen -, das anmutig und fließend in die kraftvolle Linienführung der Struktur eingefügt wurde.
Von den Bronzearbeiten des Mobiliars, durch die das Mahagonirot besonders gut zur Geltung kommt, sind nur die Türknäufe und die Schubladenknöpfe in Form von Stachelbeeren erhalten. Die Türbeschläge existieren nicht mehr.
Die große Blumenschale des Keramikkünstlers Alexandre Bigot fügt sich dank ihrer geschwungenen Linien und der grau-grünen Farbgebung, die mit dem dunklen Rot des Mahagoniholzes harmoniert, ausgezeichnet in das Ensemble. Im Laubwerk kann man zwei lachende Kinderköpfe ausmachen, die zu Charpentiers Lieblingsthemen gehören.

Nachstehend das Zitat eines unbekannten Autors von L’Illustration: „[…] das gesamte Ensemble zeichnet sich durch seine Originalität und Individualität aus; alles wurde eigens für den Bestimmungsort ausgeführt. Aus diesem Grund wirkt es seltsam atemberaubend. Es zeichnet sich durch seine schönen Proportionen, seine durchdachten, einfachen Motive aus, sowie den Raum, den er ihnen zugesteht […]. Das Esszimmer von Herrn Bénard kann zu Recht als eine der gelungensten Dekorationen des Bildhauers Alexandre Charpentier betrachtet werden‟.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter