Christofle & Cie
Bonbonnière

Dose mit einem Dekor aus Lotusblättern genannt Bonbonnière
Christofle & Cie
Dose mit einem Dekor aus Lotusblättern genannt Bonbonnière
Zwischen 1910 und 1913
Kupfer, gedreht, patinierter Dekor, Tiefätzung mit Vergoldung, innere Vergoldung
H. 5,8; B. 9,7 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Dose mit einem Dekor aus Lotusblättern genannt Bonbonnière
Dose mit einem Dekor aus Lotusblättern genannt Bonbonnière
Dose mit einem Dekor aus Lotusblättern genannt Bonbonnière
Dose mit einem Dekor aus Lotusblättern genannt Bonbonnière

Boîte à décor de feuilles de lotus dit aussi Bonbonnière [Dose mit einem Dekor aus Lotusblättern genannt Bonbonnière]


Die Dinanterie ist eine weniger bekannte Facette des Unternehmens Christofle, das sich seit seiner Gründung mit seinen Goldschmiedearbeiten einen Namen gemacht hat. Christofle widmet sich insbesondere während des Ersten Weltkriegs der Herstellung von Gegenständen aus Kupfer, da es in dieser Periode einen Teil seiner Produktion umstellte und die Arbeit mit Edelmetallen einstellte. Doch diese Bonbonnière muss vor 1914 entstanden sein, sie zählt zu den ersten Versuchen der Firma in dieser Technik, die Anfang 1910 von Jean Dunand wieder eingeführt worden war. Vom ausgehenden 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war das Interesse für diese Metalle neu erwacht.

Die Form des Objekts ist den für Pulvertee bestimmten japanischen Dosen aus lackiertem Holz nachempfunden. Doch das Lotusblütenmotiv steht in der Tradition des Art Nouveau und die stark stilisierte Bearbeitung erinnert an die einfachen, ausdrucksstarken Linien, die um 1908/1910 Paul Follot oder Léon Jallot einführten. Dieser Stil erreicht nach dem Krieg während des Art déco seine Blütezeit. Die dunkelbraune Patina, die den Lack imitieren soll, entstand durch Oxydation. Der Dekor ist leicht erhaben, da auf dem Untergrund eine Tiefätzung mit anschließender Vergoldung erfolgte.
Diese Bearbeitung des Metalls ist zwar noch den Recherchen verpflichtet, die Henri Bouilhet, der Direktor der Firma Christofle, schon 1867 zu Patina und Werkstoff ausführte, doch es geht nun nicht mehr darum, die japanische Technik des Mokume oder die Tauschierung nachzuahmen sondern die gerillte Oberfläche exotischer Hölzer wie Bambus oder Kokospalme. Man darf nicht vergessen, dass die Künstler in jener Epoche die ersten Sammlungen primitiver Kunst entdecken und die afrikanische Kunst den Kubisten als Inspirationsquelle dient.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter