Eugène Grasset
Brosche „Erscheinungen“

Brosche „Erscheinungen“
Eugène Grasset (1845-1917), Unternehmen Vever
Brosche „Erscheinungen“
1900
Getriebenes Gold; transluzider und opaker Zwischenschmelz; Elfenbein; rundgeschliffener Topas
H. 6,2; B. 3,9; Di. 1,3 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans

Broche "Apparitions" [Brosche „Erscheinungen“]


Die seit den 1870er Jahren berühmten Juweliere Henri und Paul Vever präsentieren auf der Weltausstellung 1900 parallel zu einer traditionellen Reihe edler Schmuckstücke, eine neuartige Linie sogenannter „künstlerischer“ Schmuckstücke. Mit den Entwürfen wurde der Dekorateur Eugène Grasset beauftragt. Der Urheber der berühmten Einbandzeichnung des Wörterbuchs Larousse: „Ich säe bei Wind und Wetter“, ist ausgebildeter Bildhauer und entwirft Möbel, Plakate, Glasfenster, Keramiken und ist ein berühmter Illustrator.

Diese Brosche ist das perfekte Beispiel für ein dekoratives Schmuckstück mit kraftvollem und lesbarem Design, das sich an dem damals beliebten Japonismus inspirierte. Der Titel des Werks „Erscheinungen“ verstärkt die Eigenartigkeit dieses nach Meinung der Zeitgenossen „fatal“ aussehenden Schmuckstücks.

Das Gold und Elfenbein der Gesichter, der blaue und gelbe Email der Haare betonen die Fremdartigkeit der Gesichter, die aus einem mit Topassternen übersäten wechselhaften Emailhimmel aus Wellen oder Wolken auftauchen. Die halbgeschlossenen Augen des weiblichen Gesichts im Vordergrund waren, wie auch auf anderen Exemplaren des Schmuckstücks zu sehen ist, durch Gold erhöht und der Mund rot geschminkt.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter