Gustave Serrurier-Bovy
Anhänger

Anhänger
Gustave Serrurier-Bovy (1858-1910)
Anhänger
Zwischen 1905 und 1908
Vermeil, Halbedelsteine, Schwefelperle und Barockperlen
B. 11,7; L.5,8 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Pendentif [Anhänger]


Der Lütticher Gustave Serrurier-Bovy ist neben Paul Hankar, Victor Horta und Henry van de Velde eine der bedeutendsten Persönlichkeiten, die zur Erneuerung der Innenarchitektur in Belgien beitrugen. Bis 1901 bilden die geschwungenen Linien der „belgischen“ Linie die Grundlage des Vokabulars des Innenarchitekten. Dann werden seine Formen einfacher und er verwendet nur ein Minimum an technischen Mitteln.
Dieser Anhänger, der Ähnlichkeit mit einem Funkenfänger aus Blech und Schmiedeeisen (Musée d'Orsay) aus dem zwischen 1901 und 1904 erbauten Wohnhaus Serruriers aufweist, zeugt von seiner Stilentwicklung.
Der zugleich demonstrative und strenge Charakter der geradlinigen, kompakten Form wird hier durch die beweglichen Barockperlen abgeschwächt. Dieses Objekt illustriert die zweite Richtung des Jugendstilschmuck: Abstraktion und Geometrie. Sie unterscheidet sich von der naturalistischen Tendenz, die gern Pflanzenornamente und menschliche Figuren einsetzte und die bei den großen Pariser Juwelieren sehr beliebt war.

Die wenigen Schmuckstücke, die Serrurier kreiert hatte, wurden anscheinend nur von seiner Familie getragen. Sie wurden weder öffentlich präsentiert noch vertrieben. Das gleiche gilt übrigens für die Schmuckstücke der anderen bedeutenden Innenarchitekten des Jugendstils. Die wenigen Schmuckstücke, die Horta und Guimard entworfen hatten, waren für ihre Gattinnen bestimmt, die von van de Velde für seine Ehefrau und einige Freunde. Dieser Anhänger wurde zweifellos von der Gattin oder Tochter von Serrurier-Bovy getragen.




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