Emile Reiber
Standuhr

Standuhr
Emile Reiber (1826-1893), Christofle & Cie (nach 1830 in Paris tätig)
Standuhr
1873
Bronze und Kupfer, patiniert, vergoldet und versilbert, Email cloisonné
H. 64,2 cm; B. 57,2 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Michèle Bellot


Standuhr
Kandelaber
Kandelaber

Pendule [Standuhr]


Der Innenarchitekt Emile Reiber, der 1865 von der Firma Christofe eingestellt wurde, beschließt eine Serie von Dekorationsgegenständen zu entwerfen. Dank des Geschicks der Arbeiter, die sich ohne weiteres mit den Gießern, Goldschmieden, Emaillierkünstlern Chinas, Japans, Indiens und Persiens messen können, kann Reiber seine kühnsten Träume realisieren lassen.
Dieses eindrucksvolles Ensemble ist die prächtigste Version eines Projektes, an dem er seit 1869 arbeitete: eine Standuhr mit zugehörigen Kandelabern. Die Bezeichnung „japanische Standuhr”, die auf einer der vorbereitenden Studien steht, erweckt keine falschen Hoffnungen. Form, Dekor und Technik sind vom Vorbild Chinas, Indiens und Japans inspiriert. Für die Uhr wurde offensichtlich die Konsole eines chinesischen Tischs verwendet; die Komposition der Kandelaber dagegen ist sehr ungewöhnlich, sie stehen vermutlich in der Tradition einiger chinesischer Holzschnitte im Sommerpalast von Peking; bei den Elefanten scheint es sich um eine Verkleinerung indischer Monumentalskulpturen zu handeln. Nur die Tafeln auf der Rückseite der Kandelaber mit ihren Einfassungen auf einem Untergrund bestehend aus patinierten Tauschierungen und Mosaik sind japanisch inspiriert!
Auch die Technik, das Gussverfahren und die vollendeten Ziselierungen, die wunderschöne rote und schwarze Patina, die feinen Gold- und Silberinkrustationen und der Email cloisonné steht in der Tradition orientalischer Vorbilder.

Noch heute überraschen eine derartige Ornamentik und meisterhafte Ausführung. Keine andere Epoche hätte Werke hervorbringen können, die Zeugnis eines so umfassendem Kenntnis und einer solchen Faszination für den Orient ablegen. Das chinesische und japanische Kunsthandwerk inspirierte die abendländischen Innenarchitekten zu wunderschönen, fantasievollen Meisterwerken.




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