Edmond Lachenal
Tasse, Service „Mistel”

Tasse, Service „Mistel”
Edmond Lachenal (1855-1955), Manufacture Keller et Guérin, Lunéville (Meurthe-et-Moselle)
Tasse, Service „Mistel”
Fayence, Goldhöhungen
H. 9 ; B. 10,2 cm
© DR - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabrel Ojéda


Tasse, Service „Mistel”
Tasse und Untertasse, Service „Mistel”
Tasse, Untertasse und Kaffeekanne, Service „Mistel”
Karaffe, Service „Mistel”

Tasse, service "Gui" [Tasse, Service „Mistel”]


Die Pariser Zeitschrift Les annales politiques et littéraires beschließt, im Jahre 1900 jedem Abonnenten als Prämie ein speziell für ihre Leser entworfenes Tafelservice zu schenken. Mit der Ausführung wird der Pariser Keramiker Edmond Lachenal beauftragt. Letzterer genießt seit der Weltausstellung in Paris 1889, auf der er ein Service für Sarah Bernhardt präsentierte, ein gewisses Ansehen. Lachenal nimmt den Auftrag unter der Bedingung an, dass die Herstellung der Fayencemanufaktur Keller und Guérin in Lunéville übertragen wird, mit der er schon seit etwa 1893 zusammenarbeitet.
Um in den Genuss dieses Angebot zu kommen, müssen die Interessenten 120 Franc-Gold bezahlen, in denen der Preis für das Abonnement, die Vergütung der Manufaktur und Lachenals enthalten sind. Der Kunde kann auch sein Monogramm auf die verschiedenen Teile drucken lassen. Der Erfolg ist so groß, dass die Zeitschrift das Angebot im folgenden Jahr mit einem Kaffeeservice mit identischem Dekor erneuert.

Der Dekor wird mit einer Schablone aufgebracht. Das Zartgrün und Blasslila wird mittels eines zweiteiligen Zerstäubers aufgetragen, der die Farben entweder getrennt oder gleichzeitig aufsprüht. Dank verschiedener Sprühstärken weisen die Farben unterschiedliche Abstufungen auf. Um eine genaue Zeichnung zu gewährleisten, verwendet Lachenal Schablonen aus Stanniol, das sich der gewölbten Oberfläche der einzelnen Stücke anpasst. Der Brand den die deutschen Truppen zu Beginn des Ersten Weltkriegs in der Manufaktur von Lunéville gelegt hatten, zerstörte die Schablonen und beendete folglich definitiv die Herstellung dieses Services. Dank der umfangreichen Rispal Schenkung im Jahr 2005 konnte das Musée d'Orsay seine Sammlungen mit zahlreichen anderen Teilen des Services bereichern.




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