Théodore Deck
Teller mit assyrischem Dekor

Teller mit assyrischem Dekor
Théodore Deck (1823-1891), Albert Anker (1831-1910)
Teller mit assyrischem Dekor
1870
Fayence mit polychromem Dekor
H. 3,9; D. 33 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Plat à décor assyrien [Teller mit assyrischem Dekor]


Ab 1866 gehört der Maler Albert Anker zu den regelmäßigen Mitarbeitern des Keramikers Théodore Deck. Letzterer setzt für seine künstlerische Produktion sowohl Maler, Bildhauer als auch Dekorateure ein. Dies zeugt von dem sehr erfolgreichen Bestreben gegen Ende des Zweiten Kaiserreichs und zu Beginn der Jahre 1870 für industriell gefertigte Kunstobjekte auf die bildenden Künste zurückzugreifen.

Zwischen 1860 und 1870 waren Gegenstände im neoassyrischen Stil in England sehr beliebt. Diese Inspirationsquelle traf man in Frankreich hingegen nur sehr selten an. Aus diesem Grund ist dieser Teller ohnegleichen in Decks fruchtbarer Produktion.

Vermutlich diente Anker und Deck für diesen Dekor die Veröffentlichung von Sir Henry Layard, The Monuments of Niniveh from Drawings Made on the Spot illustrated in 100 Plates (London, 1849), als Vorlage.
Die Löwenjagd unten gibt ein Relief aus dem Palast von Assurnasirpal in Nimrud wieder. Die obere Szene dagegen ist nicht ohne weiteres einzuordnen. Man kann eine segnende Figur mit Raubvogelkopf in Begleitung von zwei Bogenschützen und zwei Reitern ausmachen. Die Figuren dieses Teils sind wahrscheinlich verschiedenen Reliefs entlehnt. Die Keilschriftzeichen rechts und links sind frei erfunden.
In der Mitte ist das Porträt eines Königs oder Priesters zu erkennen, obgleich die Tiara mit Hörnern normalerweise Göttern vorbehalten ist. Anker gibt eine sehr gelungene Darstellung der Figur eines segnenden Wesens, Hüter der Tore, wie es sie in Nimrud und Khorsabad gab. Der Maler, der insbesondere für seine Bauernszenen oder intimistischen Gemälde bekannt ist, zeigt in seiner Zusammenarbeit mit Deck einen ganz neuen Aspekt.




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