Auguste Jean
Dreifußvase mit Emailverzierung

Dreifußvase mit Emailverzierung
Auguste Jean (um 1830-1835 - bis 1904 tätig)
Dreifußvase mit Emailverzierung
Um 1880-1890
Violettes Klarglas, Auflagen von metallisiertem, violettem Klarglas, Dekor mit opaken und goldmetallischen Emailfarben
H 20,1; B. 14,6; T. 16,1 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Vase tripode à décor émaillé [Dreifußvase mit Emailverzierung]


Auguste Jean ist wahrscheinlich zwischen 1830 und 1835 in Paris geboren, da er seine Werkstatt um 1859 gründet. Als Sohn eines Keramikers macht er sich ab 1860 als Keramiker und Dekorateur feiner Fayence einen Namen, bevor er sich der Glaskunst zuwendet.
Seine Glaskunstwerke finden erstmalig auf der Pariser Weltausstellung von 1878 Anerkennung, wo er mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet wird. Er stellt farbige, klassisch geformte Glaskreationen aus, die aber durch Vorsprünge und Reliefverzierungen - mittels einer Zange bei heißer Temperatur erzeugt - an Komplexität gewinnen. Diese Technik wird zu seinem Markenzeichen.

Diese Dreifußvase mit Emailverzierung ist charakteristisch für die Kreationen von Auguste Jean. Die „Tränen“, die vom Hals herunter fließen, sowie die gewellten Seiten, die sich von den Füßen aus empor schlängeln, wurden angefügt. Im oberen Abschnitt werden sie über auseinander gezogene Glaszungen mit dem Vasenrand verbunden. Der Kontrast zwischen den unruhigen, eine lebendige Energie verströmenden Formen und dem japanisierenden Dekor der harmonischen, sorgfältig auf den glatt bleibenden Oberflächen aufgetragenen Töne tragen zum Charme dieser Vase bei.
Als eifriger Erfinder meldet Auguste Jean zahlreiche Erfindungspatente in der Absicht an, zunächst die Keramik und später dann auch die Glaskunst mit Dekor und Metallglanz zu bereichern. Solche Effekte werden hier in den Windungen der drei Seitenabschnitte und in dem verformten Rand sichtbar.

Als unermüdlicher Erfinder kann Auguste Jean dank seines Einfallsreichtums und seiner ausgefallenen Formen als Vorreiter der zeitgenössischen Glaskunst gelten.




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