Jules Brateau
Der Olivenbaum

Der Olivenbaum
Jules Brateau (1844-1923)
Der Olivenbaum
Modell von 1897
Zinn, geschmolzen, ziseliert, poliert
H. 11,5; D. 7,9 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi


Der Olivenbaum
Der Olivenbaum

L'olivier [Der Olivenbaum]


1897 stellt der Bildhauer, Goldschmied, Juwelier und Zinngießer Jules Brateau, der zu dieser Zeit den Höhepunkt seiner Kunst erreicht hat, auf dem Salon de la Société nationale des Beaux-arts eine Zinnbecherserie aus, die die Kritiker sofort begeistert. Der Olivenbaum wird in zahlreichen Artikeln, die Jules Brateau gewidmet sind, abgebildet. Er gehört zu den zwei Werken, die die Zinnkunst in der Veröffentlichung der internationalen Juryberichte der Weltausstellung 1900 repräsentieren. Der Olivenbaum wird in der Folge von der Manufaktur von Sèvres in Porzellan hergestellt.

Wie die prächtigen Schmuckstücke aus einfachem Horn, die damals René Lalique anfertigte, besteht der Wert dieses Bechers in der kraftvollen Linienführung des Dekors und seiner ausgewogenen Verteilung auf der Oberfläche sowie in der vollendeten Formgebung. Wollte der Goldschmied den Denkspruch, den er voller Schalk auf das Band schrieb, veranschaulichen: Multa Paucis (Mit wenig kann man viel erreichen)?
Brateau erhält zahlreiche Auszeichnungen und gilt Ende des 19. Jahrhunderts als der Meister, der der Zinnkunst, insbesondere der Zinngießerei, in Frankreich zu neuem Ansehen verhalf. Sein Einfluss wird sich in der Goldschmiedekunst bis auf die Kreationen des Art deco auswirken.




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