Das Aesthetic Movement, das bei der vornehmen englischen Gesellschaftsklasse der Jahre 1870-1880 beliebt war, brachte keinen einheitlichen Stil hervor. Es scheint eher, als habe man für die eklektischen Ausstattungen an archäologische oder exotische Vorbilder angeknüpft. Godwin ist wie der Maler Whistler und der Schriftsteller Oscar Wilde einer der Initiatoren dieser Bewegung, die als Reaktion auf den rationalistischen Einfluss des Gothic Revival entstanden ist.
Godwins Mobiliar unterscheidet sich deutlich von dem rustikaleren Stil der Arts and Crafts Bewegung. Es besticht durch seine Nüchternheit und sein „anglo-japanisches” Raffinement. Doch Japan ist nicht Godwins einzige Inspirationsquelle. Ab 1880 findet man in seinen Skizzenbüchern Zeichnungen von Sesseln aus dem alten Ägypten und Griechenland. Er verwendet sie für eine Mobiliarreihe, die er selbst als „Greek furniture” bezeichnet. Sein Interesse für Archäologie führt dazu, dass er die typische Linienführung noch unterstreicht und in das schwarz lackierte Holz Verzierungen einritzt. Bei einigen späteren Sesseln wird seine Zeichnung freier und es gelingt ihm eine sehr schöne Synthese des Japonismus und der neugriechischen Kunst. Bei diesem eleganten Sessel handelt es sich um ein sehr seltenes Modell jener Periode, während der er den Höhepunkt seiner Karriere als Designer erreichte.
Sessel
Um 1880
Mahagoni (?) schwarz lackiert, Stoff
H. 79; B. 39,5; T. 53,5 cm
© RMN (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski
Fauteuil [Sessel]
Das Aesthetic Movement, das bei der vornehmen englischen Gesellschaftsklasse der Jahre 1870-1880 beliebt war, brachte keinen einheitlichen Stil hervor. Es scheint eher, als habe man für die eklektischen Ausstattungen an archäologische oder exotische Vorbilder angeknüpft. Godwin ist wie der Maler Whistler und der Schriftsteller Oscar Wilde einer der Initiatoren dieser Bewegung, die als Reaktion auf den rationalistischen Einfluss des Gothic Revival entstanden ist.
Godwins Mobiliar unterscheidet sich deutlich von dem rustikaleren Stil der Arts and Crafts Bewegung. Es besticht durch seine Nüchternheit und sein „anglo-japanisches” Raffinement. Doch Japan ist nicht Godwins einzige Inspirationsquelle. Ab 1880 findet man in seinen Skizzenbüchern Zeichnungen von Sesseln aus dem alten Ägypten und Griechenland. Er verwendet sie für eine Mobiliarreihe, die er selbst als „Greek furniture” bezeichnet. Sein Interesse für Archäologie führt dazu, dass er die typische Linienführung noch unterstreicht und in das schwarz lackierte Holz Verzierungen einritzt. Bei einigen späteren Sesseln wird seine Zeichnung freier und es gelingt ihm eine sehr schöne Synthese des Japonismus und der neugriechischen Kunst. Bei diesem eleganten Sessel handelt es sich um ein sehr seltenes Modell jener Periode, während der er den Höhepunkt seiner Karriere als Designer erreichte.