Lars Kinsarvik
Sessel

Sessel
Lars Kinsarvik
Sessel
Ausstellungsmodell, Weltausstellung Paris, 1900
Holz, geschnitzt und bemalt
H. 95; B. 49,5 ; T. 55 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Sessel

Fauteuil [Sessel]


Dieser von Lars Kinsarvik entworfene und neben einem zweiten Modell bei der Weltausstellung von 1900 in Paris vorgestellte Sessel ist ein schönes Beispiel für den sogenannten „Drachenstil“ oder „Wikingerstil“. Um ihren nationalen Stil zu pflegen und so die kulturelle Unabhängigkeit von Schweden unter Beweis zu stellen – die norwegisch-schwedische Union wurde offiziell 1905 aufgelöst - nahmen die norwegischen Künstler im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts oft, sowohl in technischer als auch in formaler Hinsicht auf die nationale Vergangenheit ihres Landes Bezug.

Lars Kinsarvik ist eindeutig einer der wichtigsten Erneuerer der Holzschnitz- und Maltechnik, deren Qualität und Originalität der Historiker Lorenz Dietrichson (1834-1917) am Beispiel der Tierköpfe an Wikingerschiffen oder auch an dem der Flachreliefs von den Türen der mittelalterlichen Kirchen unterstrich. Der Kunsttischler verwendet einfache, robuste Formen, die sich gut zur Bearbeitung durch Schnitzen eignen. Er mischt geschichtliche Elemente mit Überlieferungen der Volkskultur und arbeitet auf Bestellung, vor allem für die Innenausstattung von Gasthäusern und Hotels. Die Grundelemente dieses Sessels sind zu wahrhaftigen Totemsäulen geworden, aus denen eine sagenhafte Welt schaut. Hexengesichter und Masken wechseln mit Ranken und Schlingpflanzen. Die Polychromie war früher sicher lebhafter. Hier dominieren Grün- und Grautöne, die ab und zu mit gelben oder blauen Tupfern belebt werden.




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