Jacques Gruber
Vase „Farn“

Vase „Farn“
Jacques Gruber (1870-1936), Société anonyme des produits céramiques de Rambervillers
Vase „Farn“
Modell aus dem Jahre 1904
Geflammtes Steingut mit Metallglanz
H. 46,5; B. 25 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Vase " Fougères " [Vase „Farn“]


Nach Abschluss seines Studiums der Malerei zwischen 1884 und 1893 in Nancy und Paris kehrt Jacques Gruber nach Lothringen zurück, wo er an der Ecole des Beaux-Arts von Nancy dekorative Kunst lehrt. Er ist höchstwahrscheinlich der erste Künstler der Ecole de Nancy, der der Société Anonyme des Produits Céramiques de Rambervillers Modelle vorlegt. Ihr Direktor, Alphonse Cytère, hatte den Entschluss gefasst, die Herstellung von Gebrauchsgegenständen mit dem künstlerischen Bereich zu verbinden. 1904 gestaltet er diese Vase nach dem Farnmotiv; noch im selben Jahr wird sie in Nancy anlässlich der Exposition de l'Ecole de Nancy ausgestellt.

Die Vase „Farn“ ist robust, besonders standfest und von einer vertikal ununterbrochenen Dynamik durchzogen. Gruber hat das Pflanzenmotiv auf eine Weise integriert, dass das Dekor dynamisch die rhythmische Bewegung des Gegenstandes unterstreicht; das zeugt von seiner großen Geschicklichkeit, Form und Dekor miteinander verschmelzen zu lassen. Zum Hals hin verengt sich die Vase, die Pflanze wird in ihrem ersten Entwicklungsstadium dargestellt: bei den Blättern handelt es sich noch um Farnsprossen, die am Ansatz kräftiger sind als an den äußeren Enden.

Das Farnmotiv ist genauso repräsentativ für die Produktion der Ecole de Nancy wie das Döldchenmotiv. Gallé und Majorelle haben es weitgehend in ihren Kunstschreinerarbeiten verwendet. Als Waldpflanze passte Farnkraut hervorragend in das Künstlerprojekt der Ecole de Nancy, bei dem es darum ging, biologische Elemente in das städtische Leben am Ende des Jahrhunderts aufzunehmen.




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