Akseli Gallen-Kallela
Flamme

Flamme
Akseli Gallen-Kallela (1865-1931), Suomen Ràsityôn Ystàvàt (Freunde der finnischen Handarbeit)
Flamme
Um 1906
Tapisserie, Wolle
H. 340 cm; B. 190 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Flamme (Ausschnitt)

Flamme


Auf der Weltausstellung 1900 in Paris erhält der finnische Pavillon allseits große Anerkennung. Es ist erstaunlich, wie leicht sich das Nationalbewusstsein mit den zeitgenössischen Formen vereint, die den Bedürfnissen des „modernen” Menschen des beginnenden 20. Jahrhunderts besser entsprechen als die permanente Suche nach Neuem.

Im Innenraum zieht sich der Architekt Eliel Saarinen (1873-1950) zurück und überlässt einem anderen Meister den Platz: Akseli Gallen-Kallela. Er ist zwar Maler, doch einige der ausgestellten Modelle aus dem Bereich der angewandten Kunst – Holzvertäfelungen, Möbel, Wandbespannungen, Teppiche, Stoffe, Kamine – wurden von ihm entworfen.
Die Textilien wurden in den Werkstätten der Suomen Käsityön Ystävät (Freunde der finnischen Handarbeit) angefertigt, die 1879 in Helsinki gegründet wurden, um die nationalen Traditionen und das Wissen der Landbevölkerung zu erhalten. Die Jury verleiht der Manufaktur auf Grund dieser Spezifizität eine Goldmedaille. Besondere Beachtung „findet vor allem [...] eine Tapisserie des Künstlers Gallen, die sich durch ihre originelle Komposition auszeichnet”. Die Komposition, die heute als Ikone des skandinavischen Designs gilt, ist die hier abgebildete Flamme.

Das Exemplar des Musée d'Orsay entspricht einer späteren Version aus den Jahren 1905/06. Die Flammen, verziert mit einem folkloristischen geometrischen Motiv, sind dieselben wie auf der Version von 1900. Das Farnmotiv dagegen, das sich über die gesamte Tapisserie ausbreitete, weicht grünen Feuerzungen, von denen sich die roten Flammen abheben. Durch den einfarbig beigen Untergrund des oberen Bildteils, entstehen eine äußerst asymmetrische Wirkung und ein Gesamteindruck robuster Schlichtheit.




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