François-Rupert Carabin
Brunnenbecken

Brunnenbecken
François Rupert Carabin (1862-1932)
Brunnenbecken
Um 1898
Nussbaum, emailliertes Steingut, Zinn
H. 190; B. 45 cm
© DR - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Fontaine-lavabo [Brunnenbecken]


Der Bildhauer Carabin widmet sich auch dem Kunstgewerbe. Zwischen 1890 und 1904 entstehen rund zwanzig Einrichtungsgegenstände, in denen der bildhauerische Aspekt in den Vordergrund tritt. Der in seinen Werken allgegenwärtigen kühnen Darstellung nackter weiblicher Figuren kommt stets eine ornamentale oder architektonische Funktion zu.

Die Erotik des Brunnens mutet wie ein Traum an. Das Wasser, das von der nackten Nymphe aus dem Behälter gepresst wird, fließt in ein Becken. Die Verzierung des Beckens suggeriert das Ufer eines Teichs mit zwei wunderschönen Seerosen, die sich in Seifenschalen verwandeln. Die junge Frau ist vollkommen in ihre Tätigkeit vertieft und drückt mit aller Kraft in einer anmutigen Bewegung, die ihre Anstrengung und Hingabe erkennen lässt, auf den Behälter. Die Komposition entfaltet sich zu einem komplexen, in Bewegung begriffenen Volumen, das sich durch seine sanften Konturen auszeichnet.
Die Haut der jungen Frau wirkt samtig, das Leder des Behälters dagegen leicht rau. Durch die verschiedenen warmen Brauntöne und den rötlich braunen wunderschönen Guss kommt die reliefartige Oberfläche, die durch den Kampf der Nymphe mit dem Wasserschlauch entsteht, verstärkt zur Geltung. Die Lichteffekte hüllen die Szene in eine dämmerige Atmosphäre.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter