Paul Ranson
Frauen in Weiß

Frauen in Weiß
Paul Ranson (1861-1909) und Frau Paul Ranson
Frauen in Weiß
Um 1895
Wolle auf Leinwand, Tapisseriestich und Petit-Point-Stickerei
H. 150; B. 98 cm
© DR- RMN-Grand Palais (musée d'Orsay)

Femmes en blanc [Frauen in Weiß]


Dieser Wandteppich ist von France Ranson-Rousseau, Cousine und Ehefrau des Malers und Dekorateurs Paul Ranson realisiert worden, der zwischen 1892 und 1893 den Karton dafür anfertigt hatte. Er kann dem Jugendstil zugeordnet werden, da er ein Motiv aufgreift, das sowohl den Menschen als auch die Natur thematisiert: Weiblichkeit und Früchte. Die Stilisierung der Zeichnung und die flüssige Linienführung machen diesen Wandteppich zu einem modernen und symbolistischen Werk.

Das nicht klar definierte Thema lässt viele Interpretationen zu, der auf dem Boden liegende Apfel und die junge, verärgerte Frau könnten eine Anspielung auf die biblische Eva sein. Genauso gut könnte die Darstellung aber auch eine alltägliche Szene bedeuten, der die künstlerische Verarbeitung einen edlen Anstrich verleiht: Das den Rahmen bildende Blumenfries und die Blumen im Hintergrund erinnern an mittelalterliche Wandteppiche. Frauen in Weiß, auch „Frauen mit Äpfeln“ genannt, ist der erste, mittels Tapisseriestich und Petit-Point-Stickerei durchgeführte Wandteppich von France Ranson. Er ist 1894 anlässlich der Exposition de la Société nationale des Beaux-arts ausgestellt worden.

Paul Ranson realisierte zahlreiche Kartons für Wandteppiche zwischen 1890 und 1898. Zusammen mit seinen Freunden der Nabi-Bewegung befreite er diese Kunst von der Malerei, indem er jeglichen bildmäßigen oder Illusionen schaffenden Effekt vermied. Dadurch rückt die dekorative Dimension des Wandteppichs in den Vordergrund.




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