Anonym
Garderoben- und Schirmständer

Garderoben- und Schirmständer mit Initialen und Wahlspruch von Sarah Bernhardt
Anonyme
Garderoben- und Schirmständer mit Initialen und Wahlspruch von Sarah Bernhardt
Um 1880-1890
Schmiedeeisen
H. 197; B. 47; T. 48 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Garderoben- und Schirmständer mit Initialen und Wahlspruch von Sarah Bernhardt
Garderoben- und Schirmständer mit Initialen und Wahlspruch von Sarah Bernhardt
Garderoben- und Schirmständer mit Initialen und Wahlspruch von Sarah Bernhardt
Garderoben- und Schirmständer mit Initialen und Wahlspruch von Sarah Bernhardt

Portemanteau et porte-parapluie aux initiales et à la devise de Sarah Bernhardt [Garderoben- und Schirmständer mit Initialen und Wahlspruch von Sarah Bernhardt]


Dieser von dem Einfluss des mittelalterlichen Dekors geprägte Garderobenständer diente auch als Schirmständer und ist ein herrliches Beispiel für die Übertragung historischer Vorbilder auf alltägliche Gegenstände.
Dieses Möbelstück ist von seltener Eleganz und besteht aus zwei gleich großen Teilen. Sie umfassen drei schmiedeeiserne Elemente, welche Züge der gotischen Architektur wieder aufnehmen. Es handelt sich um eine moderne Version des Kathedralenstils, der in Frankreich während der Restaurationszeit und der Julimonarchie besonders verbreitet ist.
An diesem Werk wird der Übergang vom historisch geprägten Mobiliar, für das das zeitgenössische Publikum noch empfänglich ist, zum Jugendstil besonders deutlich. Die Realisierung dieses Möbelstücks ist Architekten und Dekorateuren wie Viollet-le-Duc, Ruprich-Robert oder Eugène Grasset zu verdanken, die sich für die gotische Kunst interessierten.

Der obere Teil des Garderobenständers wird von einem schmiedeeisernen Stab und drei sehr feinen, gedrehten Säulen getragen. Er besteht aus dem Wappen Sarah Bernhardts mit den eingravierten Initialen und ihrem Wahlspruch: „Trotzdem“. Dieses provozierende Motto sagt viel über das eigensinnige und starrhalsige Verhalten Sarah Bernhardts gegenüber Hindernissen im privaten oder beruflichen Leben. Der demonstrative Platz dieser Inskription scheint von einer ironischen Abkehr alter aristokratischer und bürgerlicher Lebensgewohnheiten zu zeugen, besonders seitens einer Schauspielerin, die zu den berühmtesten Frauen der Welt gehörte.

Es ist nicht einfach, diese anonyme Kreation eindeutig einem bestimmten Kunstschmied zuzuordnen. Der Künstler dieses kleinen Meisterwerks aus Schmiedeeisen traf jedoch eindeutig den Geschmack der Diva, die sowohl eine Vorliebe für seltsame und raffinierte Gegenstände als auch für Inspirationsquellen aus der Vergangenheit hegte.




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