Gebrüder Daum
Vase

Vase
Fratelli Daum
Vase
Zwischen 1905 und 1910
Glas, press-geblasen
H. 10,8; D. 9,2 cm
© RMN-Grand Palais-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Vase
Vase

Vase


Das Interesse dieser kleinen Vase besteht darin, dass sie keinerlei Motiv aufweist. Sie legt Zeugnis ab von Daums Suche nach neuen Möglichkeiten, in denen ganz auf die allgegenwärtige Pflanzenornamentik verzichtet wird. Kritiker und Kunden warten schon seit 1900 voller Überdruss auf etwas Neues. Daum setzt hier seine Erfahrung mit farbigen Untergründen ein und erhebt die Farbe zum Dekor.
Es gibt keine Spur von Naturalismus, selbst wenn man sich hier und da in dem bunten Gewölk und in den Maserungen eine Moosrose oder einen mit Flechten überzogenen Felsen vorstellen kann.
Die bald klare, bald schattierte Farbgebung kommt durch die leicht unebene Gefäßwand verstärkt zur Geltung. Diese plastischen Verformungen der Vase erinnern an die Keramik, insbesondere an die fernöstliche Keramikkunst. Der Dekor verweist auf die Farbrecherchen der abendländischen Keramikkünstler im ausgehenden 19. Jahrhundert: Ernest Chaplet (1835-1909), Auguste Delaherche (1857-1940) oder Albert Dammouse (1848-1926).




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter