Ernest William Gimson
Kabinettschrank

Kabinettschrank
Ernest William Gimson (1864-1919)
Kabinettschrank
1891
Makassar Ebenholz, Intarsien aus Stechpalme, Orangenbaum und Ebenholz; Innenausstattung aus Zypresse, Bergahorn und Œil de Vermeil; Silber und Weißmetall
H. 139,7; B. 101; T. 453 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay)

Cabinet [Kabinettschrank]



Gimson beginnt seine Karriere als Architekt, begeistert sich jedoch dank der Ideen von William Morris bald für Möbeldesign. 1893 lässt er sich in England in der Region der Cotswolds nieder und bildet mit den Brüdern Barnsley eine der zahlreichen ländlichen Künstlerkolonien der Arts and Crafts Bewegung. Morris war die Schlüsselfigur für diese autonomen Schaffenszentren. Seine umfangreiche Produktion beschränkte sich indes nicht nur auf Möbel: er entwirft Goldschmiedestücke, Stick- und Spitzenmodelle, dekorative Einbände und Gipsarbeiten.


Vor seinem Aufenthalt auf dem Land war Gimson für Kenton and Company tätig, für die er unter anderem den hier präsentierten Kabinettschrank entwarf, der 1891 in London auf der Art Workers' Guild in Barnard Inn ausgestellt wurde. Die Formen des Schranks sind vereinfacht und geometrisch, die Beine sind schlicht und verfügen am unteren Teil über zwei runde Tabletts. Das Augenmerk Gimsons galt insbesondere dem feinen Intarsiendekor der Kabinetttüren, in dem verschiedene Hölzer (Stechpalme, Orangenbaum und Ebenholz) zu stilisierten Motiven verarbeitet wurden, die teilweise später für die Stoffe der Wiener Werkstätte übernommen werden. Selbst die Intarsienkunst bleibt dem Leitsatz Ruskins zu Aufrichtigkeit treu und die verschiedenen Holzteile werden nicht zusammengeklebt sondern ineinandergefügt. Die Innenausstattung aus Bergahorn und Zypresse, die silbernen Kunstschmiedearbeiten, Œil de Vermeil und Weißmetall zeichnet subtilste Kunstfertigkeit aus. Schlichtheit in Verbindung mit ausgesprochener Kostbarkeit.




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