Richard Riemerschmid
Kerzenständer

Kerzenständer
Richard Riemerschmid (1868-1957), Vereinigte Werkstätten für Kunst im Handwerk, Munich
Kerzenständer
Modell aus dem Jahr 1897
Messing
H. 35,8 ; D. 16 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Franck Raux


Kerzenständer

Bougeoir [Kerzenständer]


1897 beschließt Richard Riemerschmid seine Laufbahn als Maler aufzugeben und sich ausschließlich dem „Design” und der Architektur zu widmen. Mit der Absicht, zur Gestaltung einer „modernen” Umgebung beizutragen, schließt er sich von Anfang an den Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk an. Die Zielsetzung dieser Werkstätten ist sehr pragmatisch: Künstler, Handwerker und Hersteller, die an einer „zeitgenössischen” deutschen Produktion interessiert sind, sollen die Möglichkeit haben, innerhalb ein und derselben Einrichtung zusammen zu arbeiten, um Fragen technischer und wirtschaftlicher Natur, die eine solche Herstellungsweise aufwirft, lösen zu können. Ganz gleich ob es sich um handwerklich oder industriell angefertigte Produkte, um wohlhabende Kunden oder nicht handelt, was zählt ist einzig die Qualität.

Dieser Kerzenständer gehört zu den ersten Schöpfungen Riemerschmids im Bereich der angewandten Kunst und ist eines der ersten Werke des Münchner Jugendstils.
Die Form des Gegenstands wirkt geschmeidig und schlicht. Falls als Vorlage eine Pflanze gedient hat, dann wurden einzig andeutungsweise deren Entfaltung und Wuchs übernommen. Riemerschmid geht es darum eine Vorstellung von biologischem Leben zu vermitteln. Im Gegensatz zu seinen schottischen und Wiener Kollegen lehnt er gerade Linien ab. Der Stiel, dessen kräftige Dynamik bis zur Knospe durch keinerlei Detail behindert wird, strebt schwungvoll nach oben.




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