Antoni Gaudí
Krage

Krage
Antoni Gaudí (1852-1926)
Krage
Zwischen 1906 und 1910
Stuck, vergoldet
H. 31; B. 43; T. 22 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda

Console [Krage]


Gaudís letztes großes profanes Werk ist die Casa Milà in Barcelona, die er im Auftrag des Textilindustriellen Pedro Milà Camps und dessen Ehegattin Doña Rosario Segimó Artells baute. Dieser 1620 m² Monumentalbau, zu dem der Künstler möglicherweise durch die katalanischen Felsformationen inspiriert wurde, zeichnet sich durch seine eigenwilligen und organischen Formen aus. Er übernahm auch die Ausgestaltung der Wohnung des Eigentümers im ersten Stock. Doch Frau Milà, die für die Recherchen des Architekten nicht sehr aufgeschlossen war, bemühte sich gleich nach dem Tod des Künstlers darum, den von ihm entworfenen Dekor zu vertuschen. Doch einige Elemente wie beispielsweise dieses hier haben die Veränderungen überdauert.

Auf den ersten Blick erinnert diese Krage aus vergoldetem Gips wie die Balkone der Fassade an eine weiche Fettalge. Doch wenn man sie umdreht, dann kann man die in ihren weiten Mantel gehüllte Jungfrau Maria mit Kind erkennen. Dies ist gewiss kein Zufall. Man weiß, dass die Casa Milà zu Ehren der Jungfrau errichtet worden war. Ein von Calos Mani (1866-1911) geschnitztes Bild hätte das Bauwerk bekrönen sollen, wenn nicht die „tragische Woche” (26. bis 31. Juli 1909) stattgefunden hätte: Ausschreitungen, zu denen die spanischen Reservisten aufgerufen hatten, die es ablehnten in Marokko zu kämpfen und die sich durch ihre antiklerikale Haltung auszeichneten.




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