Manufacture de Creil & Montereau
Service Kioto

Dessertteller, Service Kioto
Manufacture de Creil & Montereau
Dessertteller, Service Kioto
Zwischen 1878 und 1884
Dünne Fayence, Druckdekor und Unterglasurmalerei, Goldhöhungen
H. 21,1; W. 21,1 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Christian Jean


Dessertteller, Service Kioto
Dessertteller, Service Kioto

Assiette à dessert, service Kioto [Dessertteller, Service Kioto]


Vom Erfolg des Japonismus in den Jahren 1870-1880 legt insbesondere der japanisch inspirierte Dekor eines für das Bürgertum typischen Trägers ab: das Tafelgeschirr aus Porzellan oder Fayence. Schon 1866 entwirft Félix Bracquemond für den Händler und Verleger Eugène Rousseau ein Service aus feiner Fayence mit einem Druckdekor aus Blumen- und Tiermotiven, die Hokusaï und Hiroshige entlehnt sind. Bracquemond führt als Erster diese Stilrichtung in den Industriekünsten Frankreichs ein.

Die Begeisterung für den japanisch inspirierten Dekor bleibt bis Anfang 1880 erhalten. Das in Creil und Montereau gefertigte Service Kioto zeichnet sich noch durch diese charakteristischen Szenen und Motive aus. Hier sieht man in der Mitte einen Mann und zwei Frauen in traditioneller Kleidung, im Hintergrund kann man eine Landschaft ausmachen, die Ähnlichkeit mit dem Berg Fuji aufweist. Die Zeichnung des Vogels auf der linken Seite erinnert an den mit Tusche eingefärbten einfarbigen Holzschnitt, den unteren Rand ziert ein Pflanzenornament. Gemäß der japanischen Tradition sind die einzelnen Elemente in ineinander übergreifenden Feldern dargestellt. Der scheinbar auf einem abendländisch inspirierten Teller stehende quadratische Teller verweist darauf, dass die europäische Manufaktur direkt auf die fernöstliche Kunst zurückgreift.




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