Louis Majorelle
Tischlampe

Tischlampe
Louis Majorelle (1859-1926), Gebrüder Daum
Tischlampe
Zwischen 1902 und 1904
Bronze, vergoldet und ziseliert, mundgeblasenes Glas mit Tiefätzung und Schnittdekor
H. 70,5; B. 20, 5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Lampe de table [Tischlampe]


1890 gründet Majorelle eine Werkstatt, die sich nur Bronze-, Kupfer und Kunstschmiedearbeiten für die Verzierung seiner Möbel widmet. Ab 1898 dient ihm das Metall für zahlreiche Experimente, die allmählich zu dem für Majorelle charakteristischen Stil führen. Folglich ist es nicht erstaunlich, dass Majorelle in der Zusammenarbeit mit Daum, die ab 1903 konkrete Formen annimmt, die entscheidende Rolle spielt. Er entwirft die Füße und Befestigungen aus Schmiedeeisen oder Bronze, er bestimmt die Formen, den Dekor und die Größen der verschiedenen Leuchten.

Bis heute ist nur dieses einzige Modell der Tischlampe bekannt. Für die blütenförmige Kugel, die Träger in Form breiter eingerollter Blätter und den Fuß, der sich aus mehreren Pflanzenstengeln zusammensetzt, greift er auf ein Modell aus dem Jahr 1903 zurück. Das Werk wirkt wie eine stilisierte Seerose.
Auf dem Modell von 1903 waren am Fuß mehrere kleine aus dem Wasser auftauchende Lurche zu sehen, deren Präsenz auf naive und ein wenig ungeschickte Weise ein Gewässer suggerierte. Der Fuß unseres Modells ist ganz verschieden. Durch die leicht geschwungenen Stengel, die zum Teil in Blütenstände übergehen, scheint er in einer aufsteigenden Bewegung begriffen, die sich in der aufbrechenden Blütenkugel entfaltet.
Der Erhaltungszustand der Lampe ist außergewöhnlich: nur sehr selten sind Fuß und Schirm original.




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