Constantin Meunier
Der Bergarbeiter

Der Bergarbeiter
Constantin Meunier (1831-1905)
Der Bergarbeiter
1904
Steingut, emailliert
H. 17,8; B. 22,6; T. 1,9 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda / Thierry Le Mage

Le mineur [Der Bergarbeiter]


1904 gibt Edouard Taymans, ein belgischer Kohlehändler und Kunstliebhaber, bei Constantin Meunier diese Plakette als Geschenk für einen seiner besten Kunden in Auftrag. Es gibt zahlreiche Ausführungen dieses Modells aus Gips, Bronze und Steingut sowie Abgüsse vom Abguss. Einem Prospekt zufolge sollen fünftausend Exemplare von dem Ingenieur und Keramikkünstler Henri Baudoux angefertigt worden sein.

In den 1880er Jahren wird Meunier zutiefst durch die Entdeckung des Kohlebeckens der Provinz Hennegau in Belgien, dem „schwarzen Land”, geprägt. Er setzt sich aktiv für den Sozialismus ein und wird Mitglied der belgischen Arbeiterpartei. Sein politisches Engagement spiegelt sich in seinem Kunstschaffen wider. Von nun an widmet er seine Kunst fast ausschließlich der Welt der Arbeiter des „schwarzen Landes”.
1893 stellt der Bildhauer auf dem Salon de la Société nationale des Beaux-arts ein Flachrelief aus Bronze, Bergarbeiter am Schachtausgang, aus. Es zeigt mehrere erschöpfte Profile, die dem dieser Plakette ähneln. Die Wärme, die von dem Material ausgeht, bildet einen Kontrast zu dem wächsernen Antlitz des Bergarbeiters. Die schräg und vertikal verlaufenden Linien der Halde und des rauchenden Schlots im Hintergrund illustrieren die typische Landschaft des „schwarzen Landes”.
Anhand dieser Originalausgabe der Plakette Der Bergarbeiter wird deutlich, dass sich die sozial engagierte belgische Kunst über die Landesgrenzen hinaus verbreitete.




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