Raoul Larche
Lüster

Lüster
Raoul Larche (1860-1912)
Lüster
Um 1900
Bronze, vergoldet und Alabaster
H. 60; D. 55,5 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Lüster
Lüster
Lüster
Lüster
Lüster
Lüster
Lüster
Lüster

Lustre [Lüster]


Nach einem eher klassischen Start wächst Raoul Larche dank der Durchschlagskraft eines seiner zahlreichen Werke zum typischen Vertreter des Jugendstils heran: Die 1901 von der Tänzerin Loïe Fuller inspirierte Lampe (in drei Ausführungen).
Im Bereich des Kunstgewerbes kreiert er Schalen, Tintenfässer und dekorative Kelche, die ihm aufgrund ihrer großen Einfachheit einen erheblichen Erfolg verschaffen. Das Genie Larche scheint keine Zwänge zu kennen, seine Motive und weiblichen Figuren entfalten sich in einer Atmosphäre allgemeiner Ungezwungenheit. Dem Künstler gelingt es in gewisser Weise, die akademische Kunst mit dem zügellosen kühnen Einfallsreichtum des Jugendstils zu verbinden.

Leuchten für Innenräume scheinen Larche, der mehrere Modelle an das Haus Siot-Décauville geliefert hat, besonders interessiert zu haben: Die Lampe Der Blitz mit einer Glühbirne, die Lampe Weizen mit vier Glühbirnen, usw. Dieser Perspektive ist auch dieser Lüster zuzuschreiben, ein Modell von seltener Originalität, das sowohl durch seine Größe als auch durch seine Konzeption besticht.
Den Körper der Lampe bilden zwei Figuren mit heiterem Gesichtsausdruck, halb Kind, halb Schmetterling, die ihre Schwingen ausbreiten, als würden sie sich in die Lüfte erheben. Unterhalb des Wirbels, aus dem sie auftauchen, ist eine aus einem schönen Alabasterstück gefertigte Leuchtenglocke angebracht.
Im Vergleich zur zeitgenössischen Lüsterproduktion – man denke etwa an die von Paul Brindeau de Jarny oder Emile Robert - kann man sich nur begeistern für die technische und formelle Kühnheit Raoul Larches wie sie hier in diesem lebendigen und malerischen Lüster zum Ausdruck kommt.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter