Hector Guimard
Mittelteil eines großen Balkons

Mittelteil eines großen Balkons
Hector Guimard (1867-1942)
Mittelteil eines großen Balkons
Zwischen 1905 und 1907
Gusseisen
H. 81; B. 173 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda

Panneau central de grand balcon [Mittelteil eines großen Balkons]


Dieses gusseiserne Balkonelement wurde von Hector Guimard für einen zur Vermietung bestimmten Gebäudekomplex in der Rue La Fontaine im 16. Arrondissement in Paris entworfen.

Zwischen 1903 und 1907 arbeitet der Architekt und Dekorateur mit den „Gießereien von Saint-Dizier, Leclerc und Cie“, einem Hersteller gusseiserner Verzierungen aus der Haute-Marne, zusammen. Ziel dieser Verbindung war es, ein neues Formenrepertoire für Gusseisen zu entwickeln und Industriekunst mit künstlerischer Kreation zu verbinden. Wirtschaftlich gesehen war das Unternehmen eine Niederlage, es leistete jedoch seinen Beitrag zu dem sogenannten „Guimard Stil“, der sich bis in den kleinsten Details der Fassadenverzierungen verbreitete. „Wenn ich ein Haus plane, ein Möbelstück entwerfe, denke ich an das Schauspiel, das uns das Universum bietet“, sagte Guimard. Selbst für die Balkons wird das naturalistische Vokabular, das den an der Pflanzenwelt inspirierten Jugendstil charakterisiert, verwendet.

Hier ist das Motiv abstrakt und symbolisch: wellenförmige Linien werden von sich nach oben windenden Kletterpflanzen durchkreuzt, die sich in der Mitte zu einem Strauß entfalten. Das Motiv beschreibt den Zyklus der Natur und des Lebens allgemein in einer positiven Bewegung, da jede Rippe großzügige Formen beschreibt, aus der sich neues Laub entwickelt.




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