Maison F. Barbedienne
Ziervase

Ziervase
Maison F. Barbedienne (1838-1955)
Ziervase
1862
Kupfer, Bronze, vergoldet und Email champlevé
H. 78,7; B. 28,2 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / René-Gabriel Ojéda


Ziervase

Vase d'ornement [Ziervase]


Die Emailkunst erlebt unter dem Zweiten Kaiserreich eine neue Blüte. Es eignet sich vortrefflich für die polychrome Verzierung, die in den Industriekünsten allgegenwärtig ist und aus geschichtlichen oder exotischen Quellen schöpft.

Die ersten Versuche der Firma Barbedienne gehen auf das Jahr 1858 zurück. Vier Jahre später sind die Kunstgegenstände mit inkrustiertem Email, die Barbedienne auf der Weltausstellung in London präsentiert, eine wahre Sensation. Diese kühne Vase, deren Oberfläche fast vollständig emailliert ist, ist ein prächtiges Beispiel dafür. Sie bildet das Pendant zu einer ähnlichen Vase, die auch im Musée d'Orsay aufbewahrt wird.

Der Email wurde damals fälschlicherweise als opaker Email cloisonné (Zellenschmelz) in der Tradition der „alten“ Meister qualifiziert. Der Email sieht indes ähnlich aus wie der mittelalterliche Email champlevé (Grubenschmelz). Die Technik ist insofern neuartig, als man direkt beim Schmelzen das Geflecht von Stegen anbringt, das Motiv wird dadurch vollkommen klar sichtbar und gleichmäßig. Die Komposition im „byzantinischen Stil“ wurde von dem Bildhauer und Designer Constant Sévin entworfen, der zwischen 1855 und 1888 für Barbedienne tätig war.




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