Pierre Bonnard
Wandschirm

Wandschirm: Spaziergang der Ammen, mit einem Fries bestehend aus Droschken (Ausschnitt)
Pierre Bonnard (1867-1947)
Wandschirm: Spaziergang der Ammen, mit einem Fries bestehend aus Droschken (Ausschnitt)
1897
Lithografierte Blätter
H. 143; B. 185 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Michèle Bellot

Paravent : Promenade des nourrices, frise des fiacres [Wandschirm: Spaziergang der Ammen, mit einem Fries bestehend aus Droschken]


1894 schreibt Bonnard seiner Mutter: „Ich arbeite gerade an einem Wandschirm [...]. Ich stelle eine junge Mutter mit ihren Kindern am Place de la Concorde dar, Ammen, Hunde und den Abschluss bildet ein Fries bestehend aus einem Droschkenplatz. Der ecrufarbene Untergrund erinnert tatsächlich an den mit Staub bedeckten Place de la Concorde, der aussieht wie eine kleine Sahara”.

Pierre Bonnard widmet sich schon zu Beginn seiner Laufbahn dem Wandschirm. 1891 stellt er für Frauen im Garten (Musée d'Orsay und Zürich, Kunsthaus) oder 1894 für Ländliches Ensemble (New York, Museum of Modern Art) eine Reihe dekorativer Tafeln dar.
Spaziergang der Ammen ist der dritte und ehrgeizigste Versuch. Bonnard fertigt zuerst ein einziges Gemälde an (Privatsammlung), dessen Motive er direkt stufenförmig auf der kahlen Oberfläche anordnet. Die Silhouetten der jungen Frau und ihrer Söhne, die sich durch ihren zarten Humor auszeichnen, scheinen frei im Raum zu stehen. Die in verkleinertem Maßstab ausgeführten Ammen, Hunde und Droschken vermitteln den Eindruck von Tiefe. Die Szene erinnert an das vertraute Thema der öffentlichen Gärten, die Vuillard im selben Jahr zu seinem großen dekorativen Zyklus für Alexandre Natanson inspirierten (fünf der Tafeln werden im Musée d'Orsay aufbewahrt).

Drei Jahre nach diesem heiteren Temperabild beschließt Bonnard, es als fünffarbige Lithografien zu bearbeiten, die als einzelne Blätter oder aufgezogen wie für dieses Exemplar verlegt und verkauft werden. Das Werk wird zu einem Gebrauchsgegenstand, das Kunstwerk hat sich im Sinne der Nabis Zutritt in den Alltag der Menschen verschafft.




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