Louis-Constant Sévin
Rhyton mit Fuchskopf

Rhyton mit Fuchskopf
Louis-Constant Sévin (1821-1888), Maison F. Barbedienne (in Paris zwischen 1838 et 1954 tätig)
Rhyton mit Fuchskopf
Um 1862
Silber, gegossen, getrieben und ziseliert
H. 19; B. 21,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Rhyton mit Fuchskopf (Ausschnitt)
Rhyton mit Fuchskopf (Ausschnitt)
Rhyton mit Fuchskopf

Rhyton à tête de renard [Rhyton mit Fuchskopf]


Die Form des antiken Rhytons (aus dem Griechischen rhuton ,von rhein, fließen) ist ein Trinkgefäß in Form eines Horns oder Tierkopfes. Diese relativ seltene Form wird ab Ende des 17. Jahrhunderts für das europäische Kunsthandwerk wieder populär.

Die lange ungarische Inschrift auf dem Hals des Rhytons weist darauf hin, dass das Gefäß Baron Bêla Wenckheim (1811-1879) gewidmet war. Bei seinem Tod war der liberale Premierminister von Ungarn eine Gallionsfigur der ungarischen Reformbewegung. Der originelle Fuchskopf spielt auf den gravierten Text an, der den Nutzen und die Freuden der Jagd preist. Die in naturalistischer Manier dargestellten Weinreben und Trauben fügen dem Gefäß eine bacchantische Note hinzu.

Es handelt sich bei diesem Rhyton mit Gewissheit nicht um einen Gebrauchsgegenstand sondern um eine Jagdtrophäe oder einen Preis für einen Wettkampf. Die Tatsache, dass man dieses Stück in Paris anfertigen ließ, weist darauf hin, wie tonangebend der französische Stil damals in ganz Europa war.
Die Komposition des Objektes geht zweifellos auf Louis-Constant Sévin zurück, einen der herausragendsten Künstler der Industriekünste im 19. Jahrhundert, der eng mit dem Haus Barbedienne zusammenarbeitete. Mit den Ziselierungen wurde sicherlich Désiré Attarge (1820-1878) beauftragt. Barbedienne pries das Talent seines Angestellten, „unter seinen geschickten und verständigen Händen gibt das Metall nach und nimmt wunderschöne Formen an”.

Die Zusammenarbeit zwischen Barbedienne, Sévin und Attarge gehörte zu den erfolgreichsten der französischen Bronzekunst des 19. Jahrhunderts. Dieses Rhyton ist ein beredtes Beispiel für die Meisterwerke, die dank ihres Erfindungsgeistes und ihrer Sensibilität im Bereich der Goldschmiedekunst entstanden.




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