Christian Ferdinand Morawe
Standuhr

Standuhr
Christian Ferdinand Morawe (1865-?), Vereinigte Werkstätten für Kunst im Handwerk, Munich
Standuhr
1901-1902
Mahagoni, Intarsien aus Violettholz, Palisander und Mahagoni, Zifferblatt und Zeiger aus Zinn
H. 53; B. 29 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Standuhr

Pendule [Standuhr]


Der Name Ferdinand Morawe ist zwar relativ unbekannt, doch seine Einrichtungsgegenstände oder Schmuckstücke tauchen bisweilen in den Zeitschriften jener Zeit auf. Er ist der Autor dieser Standuhr, die von den Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk ausgeführt wurde. Sie besticht durch ihre elegante Form und ihren subtilen Dekor sowie ihren vollkommen einheitlichen Stil.

Die streng geometrischen geraden Flächen werden durch die ausgewogenen kreisförmigen Motive der Intarsien, die Linienführung des Zifferblatts, der Zeiger und Zahlen belebt. Ohne das Talent Morawes in Frage zu stellen, muss dennoch darauf hingewiesen werden, dass dieses Werk den Kreationen des Wiener Architekten Joseph Maria Olbrich (1867-1908) viel zu verdanken hat. Letzterer, der 1899 vom Großherzog von Hessen nach Darmstadt berufen wird, um dort die Leitung der berühmten Künstlerkolonie zu übernehmen, prägt maßgeblich die Formensprache der Art nouveau.
Dieses Objekt ist ein beredtes Zeugnis für diesen Einfluss: das zugleich nüchterne und gediegene Werk kündet zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Neoklassizismus an, der sich im Laufe des folgenden Jahrzehnts nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa entfalten wird.




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