Emile Hébert
Tisch im neugriechischen Stil

Tisch im neugriechischen Stil
Emile Hébert (1828-1893), Firma Servant (in Paris nach 1867 tätig)
Tisch im neugriechischen Stil
Kreation des Modells vor 1878
Ebenholz und schwarz lackiertes Holz, Bronze, vergoldet und patiniert, Floral Saint-Jean Marmor
H. 80; B. 109; T. 72,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR


Tisch im neugriechischen Stil (Ausschnitt)
Tisch im neugriechischen Stil (Ausschnitt)

Table de style néo-grec [Tisch im neugriechischen Stil]


Dieser Tisch zeichnet sich in mehrfacher Hinsicht aus. Er ist ein herausragendes Exemplar für eine Kunstbronze. Paris ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die anerkannte Hauptstadt dieser Technik. Auf Grund seiner perfekten Verbindung von Kunst und Industrie, um die man damals bemüht war, gilt er als Meisterwerk der Weltausstellung. Und schließlich handelt es sich um ein wunderschönes, seltenes Modell im neugriechischen Stil, der sich gegen Ende des Zweiten Kaiserreichs durchsetzt.

Dank seines vielseitigen Talents führt der eklektische Bildhauer Emile Hébert auch dekorative Kompositionen aus. Er ist einer der gefragtesten Mitarbeiter des Hauses Servant. Diese künstlerische Verbindung resultiert in einer sehr subtilen Kreation im reinen neugriechischen Stil. Dank der Archäologie führt das antike Griechenland zu einem eigenständigen Stil, der sich auf das gesamte Kunstgewerbe ausdehnt.

Die Arbeit des Bildhauers zeugt von archäologischen Recherchen. Die Tischbeine sind einem antiken Marmorfragment entlehnt, das wahrscheinlich den Flöte spielenden Midas darstellt.
Der naturalistische Dekor der Vase auf dem Querstück greift auf die späthellenistische Goldschmiedekunst zurück. Auf den Plaketten der Umrandung könnte die Kindheit von Bacchus dargestellt sein. Die Altgoldpatina der Bronze, die glücklicherweise erhalten blieb, steht auch in der Tradition der Antike.




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