Morris & Company
Ein Stuhlc

Ein Stuhl
Morris & Company (Designer in London ab 1861)
Ein Stuhl
Um 1865
Holz, schwarz lackiert
H. 84,5; B. 44,5; T. 41 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Une chaise [Ein Stuhl]


In den Anfänge des modernen Stils im viktorianischen England zwischen 1860 und 1870 wendet man sich erneut dem Kunsthandwerk zu. William Morris geht mit gutem Beispiel voran und gründet schon im Januar 1891 eine Werkstatt für Innenausstattung. Es handelt sich hier um eine regelrechte Produktionsstätte, die die Dienstleistung eines Architekten, Innenausstatters und Herstellers zugleich anbietet. Morris' Einfluss war insbesondere in der architektonischen Gestaltung der modernen Einrichtung spürbar: er ist fest davon überzeugt, dass die Innenarchitektur entscheidend dazu beiträgt, angemessene und angenehme Lebensbedingungen zu schaffen. Von Anfang an arbeiten Architekten und Maler gemeinsam an Dekor und Mobiliar.

Für die Sitze der Sussex Chairs, zu denen dieser Stuhl gehört, wird auf rustikale, leichte Modelle mit geflochtener Sitzfläche zurückgegriffen, die zum Teil den französischen Exemplaren aus dem beginnenden 19. Jahrhundert nachempfunden sind.
Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde dieses Modell von Ford Madox Brown (1821-1893) entworfen, einem britischen Maler, der in der Tradition der Präraffaelliten steht. Er entwarf acht verschiedene Stühle für Morris & Company.
1865, 1868 und 1878 erwirbt Edward Burne-Jones Sussex Chairs für seine Häuser in Kensington und Fulham. Morris selbst verwendet sie in seinem Wohnzimmer in Kelmscott House. Die preisgünstigen und leichten, einfachen und praktischen Stühle wurden bis zum Ersten Weltkrieg hergestellt.




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