Emile Muller et Compagnie
Unterlage für einen Abreißkalender

Unterlage für einen Abreißkalender
Emile Muller et Compagnie
Unterlage für einen Abreißkalender
1894-1895
Steinzeug, emailliert
H. 29,5; B. 23,5; Dicke. 1,7 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Support de calendrier éphéméride [Unterlage für einen Abreißkalender]


Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde dieses Objekt niemals kommerzialisiert, sondern von der Grande Tuilerie von Ivry zu Werbezwecken herausgegeben. Es erscheint in keinem der Verkaufskataloge der Firma und trägt kein Fabrikzeichen. Die von Louis Muller geführte Manufaktur – er hatte 1889 die Nachfolge seines Vaters übernommen – stellte hingegen Gegenstände dieser Art her.

Der Kalender zeichnet sich durch die Wiederverwendung von Motiven aus, die Hector Guimard für die Verzierung von Bauwerken entworfen und die Muller herausgegeben hatte. Es war Guimard, der die stilisierten, rosafarbenen oder gelben Disteln, die hier zu sehen sind, gezeichnet hatte. Sie wurden für die Verzierung von Schildern, Friesen und Pfosten verwendet und waren 1904 im Catalogue des céramique architecturales de la Grande Tuilerie abgebildet.
Doch die Motive entstanden lange vor der Veröffentlichung des Katalogs und entsprechen 1904 in keiner Weise den Recherchen des Architekten im Bereich der Ornamentik. Sie wurden mehr als zehn Jahre vorher entworfen, da sie mehrmals neben Rosenknospen auf den Fassaden eines kleinen Stadthauses auftauchen, das 1893 in der Rue Chardon-Lagache 41 für den Kolonialwarengroßhändler Louis-Victor Jassède errichtet worden war.

Die strenge Stilisierung der Motive, die eingeschnittenen Silhouetten, die ausgeprägte Symmetrie der Komposition und reine Farbpalette sind charakteristisch für Guimards Frühwerke, die einen englischen Einfluss erkennen lassen.




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